
Vier Startplätze hat der ÖSV für den Olympia-Slalom der Herren. Knapp einen Monat vor der Eröffnung der Winterspiele drängt sich die Frage auf: Besteht dafür tatsächlich der Bedarf? Gibt es aktuell im ÖSV-Team wirklich vier Slalomläufer, die im Medaillenkampf konkurrenzfähig sind?
APA/AFP/PIERRE TEYSSOT / PIERRE TEYSSOT
Fabio Gstrein kam in Madonna nicht ins Ziel
Die Zwischenbilanz nach den ersten fünf Slaloms in diesem Olympia-Winter fällt für ÖSV-Verhältnisse ernüchternd, um nicht zu sagen: erschreckend aus:
Ein sechster Platz war bislang das Höchste der Gefühle, beim Klassiker in Madonna die Campiglio landete mit Michael Matt der beste Österreicher an der 12. Stelle – so schlecht hatte sich das ÖSV-Slalomteam schon lange nicht mehr präsentiert.
Neben der Spur
Die Beschwichtigungsversuche der österreichischen Trainer nach den schwachen Auftritten der letzten Wochen griffen ins Leere.
Auf den klassischen Slalom-Hängen würden die Österreicher ihre Klasse ausspielen, hatte es geheißen. Wenn die Pisten endlich einmal richtig präpariert sind, würden Manuel Feller & Co. endlich ihre technischen Vorzüge ausspielen können.
Weit gefehlt. Auf der Eispiste in Madonna di Campiglio kamen die Österreicher dann prompt ins Schlittern. Und selbst im zweiten Lauf, den dann sogar ein ÖSV-Trainer ausgeflaggt hatte, stand Manuel Feller neben der Spur und schied aus.
Von der Rolle
Der Slalom-Weltcupsieger der Saison 2023/’24 steht sinnbildlich für den Absturz des österreichischen Technikerteams. Die Österreicher fahren im Slalom nur hinterher und können das Tempo der Allerbesten wie Madonna-Sieger Clement Noel (FRA) nicht mithalten.
Inzwischen muss man sogar schon froh sein, wenn es ein ÖSV-Athlet im Slalom überhaupt in die Top Ten schafft. Nach den ersten fünf Saisonrennen haben die Österreicher in dieser Disziplin gerade einmal einen sechsten Platz zu Buche stehen.
Im Tief
Im österreichischen Slalom-Team gibt längst die EAV den Ton an: Die ernste allgemeine Verunsicherung.
Und inzwischen scheint diese Rat- und Hilflosigkeit wie wild um sich zu greifen. Das zeigt sich am Beispiel von Marco Schwarz:
Vor dem Jahreswechsel gewann der Kärntner im Riesentorlauf (Alta Badia) und im Super-G (Livigno) – in seiner einstigen Paradedisziplin schaffte es der Kärntner in Madonna nicht in den zweiten Durchgang.
„Das hatte mit Slalomfahren nichts zu tun“, ärgerte sich Schwarz – und seine zerknirschten Worte hätten in Madonna für die meisten seiner Teamkollegen gepasst.
Dominik Raschner fädelte ein und kam damit in den ersten fünf Saison-Rennen nur einmal in die Wertung. Auch Fabio Gstrein kam in Madonna nicht ins Ziel, der Ötztaler, der im letzten Winter zwei Mal auf dem Podium gelandet war, kann bisher nur einen mittelmäßigen 10. Platz vorweisen.
Source:: Kurier.at – Sport



