
„Es fühlt sich gut an, gibt Selbstvertrauen.“ So reagierte ein 21-Jähriger mit Bodenhaftung, der soeben eine traumhafte Leistung gegen eines der besten Teams der Welt geboten hat. Handball-Torhüter Leon Bergmann war in Paris beim 29:34 Österreichs in einem Testspiel für die kommende EM gegen Frankreich ein herausragender Akteur mit einer Quote von 32 Prozent an gehaltenen Bällen.
„Es ist eine super Sache, wenn man die Chance gegen so einen Gegner in so einer Halle bekommt.“ Bergmann spricht von einem Zuckerl und einer geilen Sache, vor allem ,was die Kulisse betraf.
Der frühere Fivers-Torhüter erhielt von Teamchef Iker Romero die Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Bergmann, Nummer 2 hinter Constantin Möstl im ÖHB-Team, stellte unter Beweis, dass man mit ihm rechnen kann, wenn der Ernstfall dies erfordert.
Rhythmus & Flow
Recht früh in der Partie habe er gespürt, dass er mental gut drauf und voll fokussiert sei. Kurz nach der Pause und nach drei Paraden hatte er dann endgültig gewusst, dass dies sein Abend werden könnte. „Man kommt in einen Rhythmus, sieht Details und das Spiel plötzlich langsamer.“ Als Tormann erkennt man in den Aktionen mehr, weil sich das Mindset ändert. „Alles um einen herum wird dann langsamer, man kommt in einen Flow-Modus.“
Bergmann wurde handballerisch in Graz groß, wechselte dann zu den Fivers nach Wien-Margareten. Fivers-Manager Thomas Menzl kennt Bergmann schon viele Jahre. „Er war im Nachwuchs schon ein großes Talent. Ich habe mich dann gewundert, warum er in Graz nicht fix im HLA-Team gespielt hat.“
Mit dem Wechsel zu den Fivers ging für das Talent alles schnell. „Nach wenigen Monaten gehörte er schon dem Teamkader an.“ Mittlerweile gelang dem jungen Handballer der erhoffte Sprung ins Ausland, zu den Kadetten Schaffhausen in die Schweiz.
APA/dpa/David InderliedHohe Erwartungen
Zu Beginn hatte Bergmann Probleme den eigenen hohen Erwartungen gerecht zu werden. Routinierte Kollegen bremsten und unterstützten ihn gleichzeitig. Der Österreicher ist in der Schweiz nicht nur angekommen, sondern spielt eine gute Saison. „Meine Entwicklung zeigt bergauf. Anfangs wollte ich mich zu sehr beweisen. Ich habe gelernt ruhig zu bleiben und mit den Situationen umzugehen.“
Für den jungen Leon war diese Karriere wie ein Traum. „Je mehr Schritte ich aber gemacht habe, desto mehr ist es zu einem Plan geworden.“ Ob der auch ein Engagement in Deutschland irgendwann vorsieht? „Es ist durchaus plausibel. Natürlich ist die stärkste Liga der Welt ein Traum und ein Ziel.“ Doch noch möchte er lernen, sich für einen nächsten Schritt vorbereiten und vor allem seinen Vertrag in Schaffhausen erfüllen.
Starkes Duo
Für die am Donnerstag beginnende EM ist Bergmann jedenfalls bereit. „Ich habe mir als Ziel vorgenommen bereit zu sein und dem Consti zu zeigen, dass er sich auch einmal eine Pause leisten kann“, schmunzelt der 21-Jährige. Möstl, ein Westwiener, schwelgt mit Bergmann, einem Fiver, ab und zu in Wiener Erinnerungen. „Das ist immer wieder beim Essen oder zwischendurch ein Thema. Es gibt aber keine ernsthaften Debatten, da wird eher geblödelt.“
Vom Charakter her erkennt Bergmann doch Unterschiede zu Möstl. „Er hat etwas Besonderes, Verrücktes an sich. Unsere Stile im Tor sind ein bissl anders. Früher war er emotionaler, …read more
Source:: Kurier.at – Sport



