
Ein Jahr vor den Paralympics in Italien sprach Andrew Parsons über einen schief gegangenen Test, den Umgang mit der globalen Erwärmung und Kritik an der Klassifizierung.
KURIER: Die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina sind noch ein Jahr entfernt. Was sind Ihre Erwartungen und Hoffnungen?
Andrew Parsons: Wir haben große Hoffnungen für diese Spiele und glauben, dass sie unglaublich schön werden. Die Austragungsorte sind atemberaubend. Aber ich denke, wir werden allem vom Sport begeistert sein, denn wir haben das Wachstum des paralympischen Wintersports zwischen Pyeongchang und Peking beobachtet. In Peking haben viele junge Athleten Medaillen gewonnen – im alpinen Skisport waren zum Beispiel die Hälfte der Goldmedaillengewinner unter 21 Jahre alt. Wenn man bedenkt, dass diese Athletinnen und Athleten jetzt vier Jahre älter und erfahrener sind und wahrscheinlich eine neue Generation inspiriert haben, dann werden wir in Mailand und Cortina wahrscheinlich die bisher stärksten Winterspiele erleben.
Was werden Ihre Aufgaben in den kommenden Monaten sein? Was sind die größten Herausforderungen?
Wir arbeiten eng mit dem Organisationskomitee zusammen. Es gibt gewisse Meileinsteine, sehr wichtig ist etwa der Ticketverkaufsstart. Wir wollen, dass die Zuschauer zurückkommen und dass alle Tickets verkauft werden. Bei den Paralympischen Spielen in Paris 2024 hatten wir hohe Verkaufszahlen, ebenso wie 2018 in Pyeongchang. Das wollen wir wiederholen. Ab Ende März vertiefen wir die Zusammenarbeit mit den nationalen paralympischen Komitees für die letzten Vorbereitungen. Dann beginnt die Phase der operativen Planung. Wir haben bereits Testevents durchgeführt und daraus gelernt. Nun werden Anpassungen vorgenommen, um bestmöglich vorbereitet zu sein.
Sie haben die Testveranstaltungen angesprochen. Im Februar fand die Ski-WM in Saalbach statt, zeitgleich die Para-Ski-WM in Maribor. Allerdings lief es nicht wie geplant und erhofft: Nur vier der zehn geplanten Veranstaltungen konnten aufgrund von Schneemangels stattfinden. Zudem wurde die Veranstaltung komplett von der WM in Saalbach überschattet. Welche Lehren kann man daraus ziehen?
Diese Veranstaltungen werden nicht vom IPC, sondern vom Internationalen Skiverband (FIS) organisiert. Wir haben vor einigen Jahren die Verantwortung für den Para-Schneesport an die FIS übertragen. Das ist für sie ein Lernprozess. Die Balance zwischen nicht-behinderten und paralympischen Wettkämpfen zu finden – wie in Salzburg und Maribor – ist eine Herausforderung. Aber ich kenne den FIS-Präsidenten und viele Verantwortliche gut und bin sicher, dass sie aus den Erfahrungen lernen und stärker zurückkommen werden.
Was die Schneebedingungen betrifft: Die globale Erwärmung ist Realität, auch wenn manche sie für eine Theorie halten. Sie ist Realität und sie hat direkte Auswirkungen auf den Wintersport. Wir müssen lernen, damit umzugehen, Veranstaltungen besser zu planen und uns anzupassen. Zeitgleich ist es aber auch ein klares Signal an die Führer dieser Welt, dass wir als Menschheit daran arbeiten müssen. Es geht nicht nur darum, Ski-Events abzusagen, sondern darum, wie die globale Erwärmung die Welt beeinflusst.
Wie besorgt sind Sie, dass der Schneemangel die Paralympics in einem Jahr beeinträchtigen könnte?
Die Paralympischen Winterspiele finden normalerweise im März statt, wenn das Wetter in vielen Teilen der Welt eine Rolle spielt. Wir glauben nicht, dass es ein großes Problem wird, sind aber darauf vorbereitet. In Pyeongchang hatten wir zum Beispiel Temperaturen von 26 Grad in …read more
Source:: Kurier.at – Sport