
Der Teamkapitän weist auch die Kritik an Teamchef Rangnick zurück: „Er ist überhaupt nicht schwierig.“
Die öffentliche Kritik einiger ÖFB-Funktionäre an Teamchef Ralf Rangnick hat vergangene Wochen natürlich auch Österreichs Teamspieler erreicht. Interimspräsident Wolfgang Bartosch etwa hatte gemeint, der Teamchef sei „schwierig“. Vizepräsident Hans Gartner kritisierte gar die Spielidee unter Rangnick und machte den Vorschlag, sich „hinten hineinzustellen“.
Wortspenden, die Österreichs Kicker so nicht stehen lassen wollen. Nun meldete sich David Alaba zu Wort. „Ich war schon sehr erstaunt, als ich das gelesen habe. Wir Spieler reden natürlich auch untereinander darüber und haben eine klare Meinung. Wir stehen für Zusammenhalt und Geschlossenheit. Und wir haben gar kein Verständnis dafür, wenn unser Teamchef aus den eigenen Reihen so attackiert wird. Das ist nicht gut für unsere Mannschaft und unseren kompletten Verband.“
„Ohne Not und wenig konstruktiv“
Alaba ärgert sich sichtlich über die Wortspenden aus dem Präsidium. Und das nicht zum ersten Mal, nachdem Gartner im November behauptet hatte, die Spieler hätten mit Streik gedroht. „Es ist nicht das erste Mal, dass jemand aus dem Präsidium sich in der Öffentlichkeit in einer Art und Weise äußert, die wir als Spieler nicht akzeptieren können. Im Herbst wurde behauptet, wir Spieler hätten mit Streik gedroht, was nachweislich nicht gestimmt hat. Und jetzt wird unser Trainer kritisiert und die Spielweise der Nationalmannschaft analysiert, ohne Not und wenig konstruktiv“, so der 32-Jährige.
Dass Alaba selbst für proaktiven Fußball steht, ist nicht neu. Dementsprechend kann der Legionär von Real Madrid auch wenig mit der Forderung anfangen, das Team solle sich wie früher hinten hineinstellen. „Jeder hat gesehen, dass wir in zwei Spielen gegen Serbien klar besser waren. Wir haben leider unseren Chancen nicht genutzt. Aber wenn jetzt jemand sagt, wir sollen uns hinten reinstellen und unsere Spielweise verändern, dann hat er keine Ahnung von Fußball. Wir wollen und müssen genau so Fußball spielen, wie uns unser Teamchef lässt, damit wir erfolgreich sein können. Ich bin mir absolut sicher, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind.“
Dass Teamchef Ralf Rangnick „schwierig“ sei, wie Bartosch behauptete, kann Alaba ebenso wenig nachvollziehen. „Der Trainer ist überhaupt nicht schwierig. Er versucht, alles dafür zu tun, damit sich der österreichische Fußball positiv entwickelt. Er liefert professionelle Arbeit und fordert sie ein. Wenn das schwierig ist, dann wünsche ich mir, dass der neue Präsident auch schwierig wird.“
Source:: Kurier.at – Sport