
Funktionäre sagen Dinge, mit denen sie ihre Kompetenzen überschreiten. Der Fußball-Bund, ein laufender Treppenwitz.
Vorkommnisse und Aussagen mancher Funktionäre rund um den Österreichischen Fußball-Bund sind an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Ich sehe mich mit dem Thema ÖFB-Präsidium seit vielen Jahren konfrontiert, erstmals als Nationalteamspieler nach der EURO 2016.
Auch damals gab es Wortmeldungen von Landesverbandspräsidenten in Richtung der Mannschaft, die mir unverständlich waren. Das Schlimme: Seit damals hat sich nichts geändert.
Funktionäre werfen Teamchef Ralf Rangnick vor, seine Kompetenzen zu überschreiten und sagen selbst Dinge, womit sie wiederum ihre Kompetenzen überschreiten. Der Fußball-Bund, ein laufender Treppenwitz. Mittlerweile könnte man schon ein Buch schreiben mit Dingen, die passiert sind und einen nur den Kopf schütteln lassen. Und diese Dinge sind vor allem stets ohne Konsequenzen geblieben.
Bravo, David
Wir Spieler haben damals schon die Struktur des ÖFB angesprochen, die für den Leistungssport einfach nicht geeignet ist. Das beweisen die Herren im Präsidium seit mittlerweile über zehn Jahren. Bei all ihrer wertvollen Arbeit für den Breitensport wäre es nach der Unzahl an Beweisen/Verfehlungen, auch zum Selbstschutz, an der Zeit, zurückzutreten und die Struktur zu ändern. Genug ist genug.
Ich finde es großartig, dass sich jetzt David Alaba zu Wort gemeldet hat. Es ist auch bezeichnend, dass ein erfolgreicher Unternehmer wie Roland Schmid frustriert und entnervt den Hut drauf haut. Ich hätte Interimspräsident Wolfgang Bartosch für cleverer gehalten, aber mit seiner Wortspende in Richtung Ralf Rangnick hat er bewiesen, dass auch er eines Präsidialamtes nicht würdig ist und seine Rolle falsch interpretiert.
Er versteht das Amt nicht, er nimmt sich wichtiger als den Fußball und bewegt sich damit in einer Kategorie wie ein Johann Gartner. Sie alle, die sich öffentlich geäußert haben, verstehen ihre Rolle nicht. Vielleicht können sie es nicht verstehen, aber sie glauben dennoch alles zu wissen. Genau das macht es so unerträglich.
Der Richtige
Mir liegt der ÖFB nach wie vor am Herzen, deshalb gibt es mir jedes Mal einen Stich ins Herz. Und deshalb kann und will ich nicht nichts dazu sagen. Die Landesverbandspräsidenten sollten sich selbst einen Gefallen tun und Profis im Profitum arbeiten lassen. Mittlerweile ist ein Imageschaden vorhanden, der nicht nur heimische Comedy-TV-Formate füttert, sondern auch über die Grenzen hinausgeht.
Es ist übrigens ein Irrglaube zu erwarten, dass wir mit Ralf Rangnick alle Spiele gewinnen werden. Vielmehr sollten für die Bewertung eines Teamchefs auch andere Faktoren im Vordergrund stehen:
Holt der Teamchef das Maximum aus der ihm aktuell zur Verfügung stehenden Mannschaft heraus?
Wie ist die Stimmungslage im Land gegenüber der Mannschaft?
Ersteres würde ich klar mit JA beantworten. Und wer verfolgt hat, wie schnell das erste Heimspiel der WM-Qualifikation gegen Rumänien ausverkauft war, muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass Ralf Rangnick aktuell noch immer der richtige Mann ist.
Source:: Kurier.at – Sport