Mutter im Spitzensport: „Ich war nach den Geburten extrem fit“

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EINKLEIDUNGSPRÄSENTATION ÖOC UND ÖPC FÜR DIE OLYMPISCHEN WINTERSPIELE IN ITALIEN: HIEMER

Andere gehen eine Skitour, um ihr Leben zu entschleunigen. Bei Johanna Hiemer (30) ist das anders. Wenn sie den Hang hinaufsteigt, dann tut sie das in einem irren Tempo. Dabei hätte die Mutter zweier Kinder jeden Grund, ihr Leben zu entschleunigen: Kindergarten, Schule, ein in Mindestzeit abgeschlossenes Jus-Studium, Training – da muss sie viele Aufgaben in einen Tag packen. 

268.000 Höhenmeter legt Hiemer im Jahr zurück. Das klappt nur, weil sie in der Früh schon trainiert, bevor der Rest der Familie aufsteht und sie für ihre Söhne Emil (7) und Paul (5) die Jause packt.

Mit ihrem Teamkollegen Paul Verbnjak hat die Schladmingerin, die in Füssen im Allgäu lebt, für Österreich einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele erkämpft. Im Weltcup stand sie bisher siebenmal auf dem Podium, ganz oben bisher noch nicht.

APA/EXPA/JOHANN GRODER

Johanna Hiemer ist 30, hat Jus in Mindestzeit studiert, hat zwei Kinder und nimmt an den Olympischen Spielen teil.

So manche Athletin beendet die Karriere, wenn es an die Familienplanung geht. Manche kommen nach einer Geburt zurück. Bei Ihnen begann der Profisport erst als zweifache Mutter. Wie das?

Ich war davor schon im Wettkampfsport, aber nicht professionell. Für mich war der größte Anreiz, dass die Sportart olympisch wird, das kam im Sommer 2021 heraus. Ich wollte unbedingt probieren, ob ich das noch schaffe.

Sie hatten damals bereits zwei Kinder. Wie ging es Ihnen körperlich?

Mir ist es besser gegangen als davor, ich war sofort wieder extrem fit. Vor den Kindern habe ich nie dieses Selbstbewusstsein gehabt, was das Körperliche betrifft. Ich habe immer gedacht, ich bin eine gute Hobbysportlerin, aber nicht mehr. Und erst nach den Geburten habe ich mit viel Selbstbewusstsein sagen können, ja, ich glaube, dass ich es körperlich schaffen kann.

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Kennen Sie Ihren Körper seit den Schwangerschaften besser?

Auf jeden Fall! Und ich lerne meinen Körper auch immer noch besser kennen. Das ist ein ständiger Prozess im Leistungssport.

Wie ist es abgesehen vom Körperlichen? Sie haben ein Kindergarten- und ein Schulkind. Wie managen Sie Familie und Spitzensport?

Kinder stehen früh auf und wollen erstmal Unterhaltung. Man muss sie ständig wo hinbringen. Ab und zu ist einer krank. Mit der Schule und den vielen Ferien ist das noch mal eine neue Herausforderung. Ich stehe oft um fünf Uhr auf und mache meine erste Trainingseinheit. Ich habe es gewusst und habe es mir von vornherein gut eingeteilt. Ich war etwa im Höhen-Trainingslager, habe mir diese Wochen bewusst geblockt, hatte Unterstützung. Mein Mann ist Vollzeit berufstätig und selbstständig, deshalb kann er sich nicht immer zurücknehmen und auf die Kinder schauen.

Beneiden Sie manchmal Kollegen und Kolleginnen, die einfach trainieren, wenn es am besten passt?

Ja, natürlich denkt man sich manchmal, das wäre fein. Aber es ist, wie es ist – ich verschwende keine Energie für diesen Gedanken.

Sehen Sie im Sport Vorteile, weil Sie Kinder haben?

Auf jeden Fall! Es ist eine gute Ablenkung. Familie erdet mich und zeigt mir, was wirklich zählt im Leben. Das hat mir geholfen, wenn ich zu kämpfen hatte.

Machen die Kinder schon mit beim Skitourengehen?

Ja, sie sind voll motiviert, weil sie es jeden Tag bei ihrer Mama …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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