
Der Jurist Johannes Wutzlhofer führt Burgenlands Verband. Er wird im ÖFB forciert, obwohl sich Sponsoren eine externe Lösung gewünscht haben.
Nach dem verlorenen Nations-League-Playoff gegen Serbien steigt in dieser Woche das nächste Match für den ÖFB. Allerdings intern. Am Freitag geht es nach der ordentlichen Präsidiumssitzung im Wahlausschuss um den Posten des Präsidenten – oder der Präsidentin.
Und dieses Rennen dürfte umso spannender werden, nachdem sich erst vor wenigen Wochen die größten Sponsoren des Fußball-Bundes zu Wort gemeldet und in einem Schreiben ans ÖFB-Präsidium eine „externe Neubesetzung“ des Amtes gefordert haben. Soll heißen: Kein Weiter wie bisher im Fußball.
Allein, diese Worte dürften bei Teilen der wahlberechtigten Präsidiumsmitglieder kein Gehör gefunden haben. Denn KURIER-Recherchen zufolge wird aus einem speziellen Kreis des Präsidiums erneut ein interner Kandidat forciert.
Dieser hört auf den Namen Johannes Wutzlhofer und steht aktuell dem burgenländischen Verband vor. Dem Vernehmen nach kann er bereits auf vier Unterstützungs-Stimmen zählen. Sieben wird es letzten Endes brauchen unter den 13 Wahlberechtigten.
Der Jurist ist in Fußball-Kreisen kein Newcomer, ist er doch seit vielen Jahren Mitglied des Bundesliga-Strafsenats. Der 46-Jährige ist bekennender Rapid-Fan.
Dass er ein Kandidat ist, bestreitet er auf Nachfrage nicht: „Ich kann nur sagen, dass ich offenbar von mehreren Kollegen vorgeschlagen wurde“, so Wutzlhofer. Von wem, könne er nicht sagen. Eine jedenfalls enge Bekanntschaft pflegt Wutzlhofer zu jenem Mann, der beim ÖFB seit Jahren im Hintergrund viele Fäden zieht: Generalsekretär Thomas Hollerer. „Die beiden sind Haberer“, sagt ein ÖFB-Insider.
Fakt ist: Wutzlhofer hat seinen engen Draht zu Hollerer selbst coram publico dargelegt. Bevor er bei der Generalversammlung des Burgenländischen Fußball-Verbandes am 7. März des Vorjahres als Rechtsmittelreferent in den Vorstand gewählt wurde, warb er vor versammelter Mitgliedschaft für seine Wahl mit den Worten, er könne dank seines guten Drahts zu Thomas Hollerer dafür sorgen, dass der BFV im ÖFB stets Gehör findet.
Über sein Verhältnis zu Thomas Hollerer wollte Wutzlhofer auf KURIER-Nachfrage am Dienstag nichts sagen. Stattdessen verwies er auf die bevorstehende Präsidiumssitzung am Freitag. „Da werde ich mit den Kollegen in Diskussion treten, danach können wir gerne reden.“
Wutzlhofer könnte bei der Wahl zum ÖFB-Präsidenten nicht nur auf die Stimme seines eigenen Verbandes, sondern auch auf jene von Martin Mutz aus Kärnten sowie auf die aus Niederösterreich und Wien zählen. Die beiden langjährigen Verbandspräsidenten Johann Gartner (73) und Robert Sedlacek (69) stimmen seit Jahren stets akkordiert ab. Orchestriert wiederum von Thomas Hollerer, der einen engen Kontakt zu beiden pflegt.
Eine Kür des burgenländischen Juristen zum obersten Fußballfunktionär hätte jedenfalls ordentlich Zündstoff. Zum einen, weil der Forchtensteiner eindeutig einem der beiden Lager im gespaltenen Präsidium zuzuordnen ist. Zum anderen, weil man mit einer Reaktion der Sponsoren auf einen neuerlichen internen Aufsteiger rechnen muss. „Sollte diese Entscheidung zum wiederholten Male im Sinne der internen Interessen einzelner Präsidiumsmitglieder fallen, behalten wir uns vor, die zukünftige Zusammenarbeit mit dem ÖFB stark in Frage zu stellen“, hatte etwa Petra Walter, die Vorstandsvorsitzende der Zentralen Raiffeisenwerbung, in ihrem Schreiben ans ÖFB-Präsidium am 19. Februar festgehalten.
Die Partner Admiral, Coca-Cola, Österreichische Lotterien/tipp3, Magenta, Transdanubia Verbund zogen einen Tag später in einem weiteren gemeinsamen Schreiben mit …read more
Source:: Kurier.at – Sport