Schonungslose Kritik von Felix Gottwald: „So krank ist der Spitzensport“

Sport
Vor wenigen Wochen veröffentlichte Felix Gottwald sein zweites Buch

Felix Gottwald feiert seinen runden Geburtstag ohne Party und viel Trara. Der erfolgreichste Olympiasportler Österreichs war noch nie einer, der das Rampenlicht gesucht und gebraucht hat. „Ich habe mir zum 50er mein Buch geschenkt“, erzählt der frühere Nordische Kombinierer.

„Ich feiere das Heute und das Leben“

In 900 Stunden schrieb Gottwald auf 521 Seiten seine Gedanken nieder. „Keine Zeit für Heute“, ist ein Impulsgeber für den Alltag und spiegelt in 42 Kapiteln das Motto des Jubilars wieder. „Ich feiere das Heute und das Leben. Ich bin im Frieden mit mir selbst, ich bin richtig fit. Und ich trau’ mich zu sagen: ,Ich liebe den Alltag.’“

KURIER: Sie halten Vorträge, Workshops und Webinare – kann man sagen, dass Felix Gottwald von Beruf Felix Gottwald ist?

Felix Gottwald: Ich lebe nach dem Motto: Go with the flow. Mir taugt es, was ich beruflich machen darf, und ich habe eine große Freude, dass die Leute damit etwas anfangen können. Und ich nehme mir die Freiheit heraus, nicht alles zu machen.

Marc Stickler

Vor wenigen Wochen veröffentlichte Felix Gottwald sein zweites Buch

Wofür sind Sie nicht zu haben? Wann sagen Sie ab?

Ich brauche keine vergifteten Aufträge oder Sachen, bei denen ich kein gutes Gefühl habe. Wenn ich mit meiner Botschaft nicht dazu passe, dann mache ich es nicht. Dafür ist mir die Zeit einfach zu schade.

Warum finden Sie Gehör mit Ihren Botschaften? Weshalb sind Sie immer noch gefragt?

Was ich immer wieder zu hören bekomme: Die Menschen schätzen meine Echtheit und meine Einfachheit. Ich bin keiner, der sich verbiegen lässt. Wenn mir etwas gegen den Strich geht, dann sage ich es auch. Und wer das nicht haben will, der bucht mich eh nicht. Ich bin halt der Meinung: Über Vitalität zu sprechen, ist etwas anderes, wenn ich Vitalität vorlebe und ausstrahle, als wenn ich 80 Kilogramm zu viel auf den Rippen habe.

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Marc Stickler

Felix Gottwald bei einer seiner Lesungen

Das ist ein gutes Stichwort: Sie haben schon seinerzeit als Aktiver die Bewegungsarmut der Bevölkerung angeprangert. Wie fällt Ihre aktuelle Einschätzung aus?

Ich fange mit etwas Positivem an: Ich habe noch nie so viele Menschen beim Langlaufen gesehen wie heuer im Winter. Das ist einmal ein gutes Zeichen.

Jetzt kommt das Aber….

Gleichzeitig wissen wir alle, wohin sich in unserer Gesellschaft die psychischen Erkrankungen entwickeln, wie sich das Übergewicht entwickelt. Es ist längst nicht mehr im Rahmen, das ist einfach nur erschreckend. Jetzt gibt es schon die Generation Kinder, deren Eltern bereits ohne Bewegung aufgewachsen sind. Die tägliche Bewegungseinheit wurde übrigens erstmals im Jahr 1777 erwähnt. Damals hat es noch anders geheißen, aber wir haben sie immer noch nicht.

Dabei wüsste ja eigentlich jeder, wie wichtig Bewegung und Volksgesundheit sind.

Wenn meine Kinder von der Schule kommen, frage ich sie oft: ,Habt ihr heute im Turnunterricht eine Hausaufgabe gekriegt?’ Die Antwort ist immer: Nein. Es ist völlig logisch, dass es in Mathematik Hausaufgaben gibt, damit wir das Leben mit den Zahlen besser meistern. Aber warum eigentlich nicht im Turnen?

Ja warum eigentlich nicht?

Wenn es nach mir ginge, dann würde ich die Mathematik-Hausaufgabe bei mir daheim in Ramsau auf den Rittisberg tragen. …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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