
Gerade erst wurde bekannt, dass Rene Benko sich in Haft als Tischler ausbilden lassen möchte. Jetzt sieht sich der Signa-Gründer mit neuen Vorwürfen konfrontiert.
Wie die „Kronen Zeitung“ berichtete, weitete die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSta) ihre Ermittlungen gegen Benko am 18. März 2026 aus. Dem Bericht zufolge soll er im September 2022 für seine Signa-Holding ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Euro aufgenommen haben.
Die drohende Pleite des Unternehmens war nach Ansicht der Ermittler zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar, weswegen die WKSta von einer betrügerischen Absicht Benkos ausgeht. Der Signa-Gründer bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Investoren gewährten Benko wiederholt Zahlungsaufschub
Investor war die Ameria AG aus Liechtenstein, hinter die die Familie Arduini steht. Die Arduinis waren bereits seit 2012 als Großinvestoren in die Signa-Gruppe involviert. Ursprünglich habe Benko laut Zeugenaussage von Riccardo Arduini versprochen, das Darlehen innerhalb weniger Wochen zurückzubezahlen.
Benko wiederum habe wiederholt um Zahlungsaufschub gebeten. „Ich habe darauf vertraut, dass wir die Rückzahlung des Darlehens zu einem späteren Zeitpunkt erhalten würden“, sagte Arduini. Drei Mal wurde die Zahlung aufgeschoben. Mit der dritten Verlängerung wurden eine Stundung bis 31. Mai vereinbart. Die Signa Holding ging bereits Ende 2023 pleite.
Arduini fühlte sich betrogen, wie er aussagt. „Wir haben René Benko schließlich bis zum Schluss vertraut, dass er das Darlehen zurückzahlt“, sagte der italienisch-brasilianische Investor. „Rückblickend betrachtet war das ein großer Fehler.“
Benko gerät wegen Kapitalerhöhung zunehmend unter Druck
Auch hinsichtlich der Kapitalerhöhung der Signa Holding im Sommer 2023 gerät Benko zunehmend unter Erklärungsnot. Der aktuelle Zwischenbericht der Soko Signa verweist auf einen eMail-Verkehr des Signa-Gründers.
Diesem zufolge wusste Benko bereits über die prekäre Liquiditätssituation seiner Unternehmen Bescheid, bevor die Zahlungen im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung abgewickelt wurden. Für die Ermittler ein weiterer Schritt hin zum Nachweis des Betrugsvorsatzes, der Benko unterstellt wird. Der Milliardenpleitier wiederum bestreitet diesen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



