4,2 Mrd. Euro Verlust: Nationalbank neuerlich tief in den roten Zahlen

Wirtschaft

Die OeNB weist für 2024 wieder einen Milliardenverlust aus. Kein Grund zur Sorge, sagt Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Verlust geschrieben. Zum Minus von 2,12 Mrd. Euro kommt  ein Verlustvortrag aus dem Vorjahr. Insgesamt beläuft sich der Fehlbetrag auf 4,184 Mrd. Euro. Dividende an den Bund gibt es wie auch in den vergangenen Jahren keine.  

Das klinge besorgniserregend, sei es aber nicht, sagte die neue Vize-Gouverneurin der OeNB, Edeltraud Stiftinger. Denn Ziel der Nationalbank sei es nicht, Gewinne zu schreiben, sondern Preisstabilität zu gewährleisten.

Wie aber kommt der Milliardenverlust zustande? 

Um die Wirtschaft zu stabilisieren, hat die OeNB über Ankaufprogramme der Europäischen Zentralbank (EZB) Staatsanleihen mit niedriger oder gar negativer Verzinsung erworben. Das habe geholfen, den Finanzplatz  stabil zu halten, bringe aber wenig Ertrag, sagte Stiftinger. 

Weil die Zinsen im Kampf gegen die Inflation kräftig angehoben wurden,  musste die OeNB  für Einlagen der Banken umgekehrt aber hohe Zinsen bezahlen. Die lagen 2024 im Schnitt bei 3,7 Prozent. Stiftinger spricht von einem „sechsfach höheren Aufwand“. 

Das Missverhältnis habe man bewusst in Kauf genommen, um die Inflation zu bekämpfen. Bereits in den vergangenen  Jahren fuhr die Nationalbank deshalb Milliardenverluste ein. 2023 waren es 2,21 Milliarden. Der Deutschen Nationalbank oder der EZB ging es auch nicht besser. 

Zinsersparnis für  für den Staat

Durch die geldpolitischen Maßnahmen ersparte sich andererseits der Staat  Einiges an Zinsen. Seit 2012 rund 51 Mrd. Euro, wie Stiftinger vorrechnete: “Wir haben einen guten Job gemacht.“

  RBI lässt Experten weltweit nach Finanzideen suchen

Abbau dauert

Am Horizont zeichnet sich Besserung ab. Denn die 2020 gestarteten Ankaufprogramme wurden nicht erneuert. Der Abbau hat bereits begonnen. Die Bilanzsumme der OeNB ging deshalb 2024 um 10 Mrd. Euro auf 237 Mrd. Euro zurück. 2021, am Höhepunkt der Ankaufprogramme, betrug sie im Vergleich dazu noch 275 Mrd. Euro. 

Bis 2037 sollen die Anleihen um 90 Prozent reduziert werden, sagte Stiftinger. Die letzte Anleihe soll 2052 abgebaut sein.

Viel Gold

Sorgen um die OeNB muss man sich auch deshalb nicht machen, weil sie über ausreichend Vermögen verfügt. Das übertreffe die Verluste bei bei Weitem, rechnete Stiftinger vor.  Zum Großteil (64 Prozent) besteht es aus Gold, insgesamt ist die Nationalbank im Besitz von 280 Tonnen. Im Vorjahr legte der Preis kräftig zu. Der Rest setzt sich aus Staats- und Unternehmensanleihen sowie Aktien zusammen. 

Auch die Eigenveranlagungen der OeNB haben einen positiven Beitrag zur Bilanz geleistet. 661 Mio. Euro an Einnahmen stehen 357 Mio. Euro an Ausgaben gegenüber. Die OeNB habe im vergangenen Jahr jedenfalls deutlich mehr verdient als sie koste, sagte Stifitinger. Stiftinger zeigte sich zuversichtlich, dass die Verlsute in Zukunft kompensiert werden können und auch wieder Dividenden an den Bund fließen werden. Die letzte Dividende geht auf 2022 zurück und betrug 100 Mio. Euro. 

Annahmepflicht für Bargeld

Zu den Aufgaben der Nationalbank zählt aber nicht nur die Geldpolitik und der Finanzmarkt, sondern auch das Bargeld. Zuletzt hat die OeNB eien vermehrte Ablehnung von Bargeldzahlungen registriert. Die Wahlfreiheit sei zunehmend gefährdet, sagte OeNB-Direktor Eduard Schock. Die Nationalbank spricht sich deshalb für eine „gesetzlich geregelte und durchsetzbare Annahmepflicht von Bargeld“ aus, wie Schock betonte. Um die Versorgung mit Bargeld sicherzustellen, …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.