
Die US-Notenbank dürfte die Zinsen so schnell nicht weiter senken. Denn die Wirtschaft zeigt sich noch relativ robust und die Inflation zu hoch.
Die US-Börsen präsentieren sich seit Jahresbeginn gerechnet stabil bzw. leicht im Minus. Zwar ist die Volatilität gestiegen, da US-Präsident Donald Trump weniger Rücksicht auf die Börsianer als in seiner ersten Amtszeit nimmt. Es gibt es aber keine klaren Anzeichen für einen Bärenmarkt oder eine bevorstehende Rezession. Laut Karim Chedid, Leiter der Investment Strategy bei der US-Investmentgesellschaft Black Rock, wird die US-Notenbank Fed ihre restriktive Geldpolitik beibehalten, da die Inflation weiterhin hoch bleibt.
Ein wichtiger Faktor für die Märkte bleibt die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen, Laut Linsay Rosner, Chefin des Bereichs Multi-Sector Investing bei Goldman Sachs Asset Management, könnte eine Rendite von 5,5 Prozent oder mehr Besorgnis auslösen. Das wäre die Schwelle, ab der die Zentralbank mit Zinssenkungen oder die US-Regierung mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen aktiv eingreifen würden. Aktuell sind es 4,4 Prozent, im Jänner waren es zu Trumps Antritt 4,8 Prozent. Ein weiteres Indiz dafür, dass bis auf weiteres nichts dergleichen passieren dürfte.
Absicherungsstrategien stehen daher weiterhin im Fokus der Investoren. Während in früheren Marktabschwüngen der Volatilitätsindex (VIX) stark anstieg, bleibt er dieses Mal relativ stabil. Tanvir Sandhu, Chief Global Derivates Strategist bei Bloomberg Intelligence, betont, dass sich der Markt defensiv positioniert hat. Nach den jüngsten Kursverlusten wurden Absicherungspositionen jedoch wieder aufgelöst. Entscheidend sei, dass es keine signifikanten Warnsignale für eine Rezession in den USA gibt. Die Risikoaufschläge bei Krediten und hochverzinslichen Anleihen seien weiterhin stabil, was gegen eine ernsthafte Marktkrise spreche.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft