
Am kommenden Mittwoch präsentiert die Bundesregierung ihre Industriestrategie, im Vorfeld werden bereits die ersten Begehrlichkeiten bekannt. Wie schon zuvor die Grünen fordert Wirtschaftskammer-Chefin Martha Schultz einen niedrigeren Strompreis für die Konzerne. „Ohne wettbewerbsfähige Strompreise kann es keine ernst zu nehmende Industriestrategie geben“, sagte sie zur Kronen Zeitung.
Industriestrompreis würde jährlich 400 Mio. Euro kosten
Es gehe ihr vor allem um die Verlängerung der Strompreiskompensation bis 2030, diese soll indirekte CO2-Kosten ausgleichen. Zudem will Schultz einen geförderten Industriestrompreis von 5 Cent pro Kilowattstunde für drei Jahre, was den Staat rund 400 Mio. Euro jährlich kosten würde. Schultz verweist dabei auf Deutschland: „Wenn es in unserem Nachbarland eine solche Preisunterstützung gibt, müssen wir nachziehen.“
Grüne und WKÖ sind auf einer Linie
Die Grünen hatten zuvor ebenfalls eine Entlastung beim Strompreis nach deutschem Vorbild gefordert. Um die Maßnahme zu finanzieren, soll die Regierung Subventionen für fossile Energien drosseln, erklärte dazu Grünen-Chefin Leonore Gewessler.
Auch WIFO schlägt niedrigere Preise vor
Der KURIER hat bei Wirtschaftsforschern nachgefragt, wie ein gelungene Industriestrategie aussehen könnte. WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr meinte, dass der Fokus auf Technologien gelegt werden sollte, in denen Österreich schon Stärken hat. Und auch er schlägt niedrigere Strompreise für die Unternehmen vor. Gefragt sei auch eine Lohnnebenkostensenkung und eine Fachkräfteinitiative.
Kritik von Agenda Austria
Kritik kommt von Jan Kluge vom wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria. „Österreich braucht keine Industriestrategie, sondern eine Standortstrategie“, meint er. Aber auch er verweist auf die gleichen Punkte wie Felbermayr: Fachkräftemangel, eine der höchsten Abgabenquoten der Welt oder dreimal so hohe Industriestrompreise wie in den USA und China.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



