
Neue Smartphones, elektrische Zahnbürsten, Bluetooth-Kopfhörer, Tablets, Laptops, E-Scooter, Haartrimmer, Bohrmaschinen, ferngesteuerte Autos, blinkende Schuhe, Powerbanks und Handheld-Spielkonsolen wurden wahrscheinlich auch heuer zu Weihnachten in großer Zahl verschenkt. In vielen Geräten stecken Lithium-Ionen-Akkus. Ihre Verbreitung in Haushalten ist in den letzten Jahren rasant gestiegen.
Akku-Ausstattung in vier Jahren verdoppelt
Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt es in jedem Haushalt durchschnittlich 21 Akkus. Vor vier Jahren waren es noch im Schnitt zehn. „Immer mehr Elektrogeräte sind akkubetrieben“, sagt Michael Merstallinger von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK). Laut der Arbeiterkammer stecken Akkus heute auch in vielen Geräten, die früher ein Stromkabel hatten oder mit Einweg-Batterien betrieben wurden, etwa LED-Teelichter, Taschenlampen, Staubsauger oder Gewürzmühlen.
Bei dieser Menge an Akkus im Haushalt kann man schon mal den Überblick verlieren. Anders als bei Batterien lassen sich viele Akkus aber gar nicht vom Benutzer wechseln. Die Stromspeicher entladen sich mit der Zeit, das macht sie kaputt. Irgendwann lassen sie sich gar nicht mehr aufladen und die Geräte, in denen sie stecken, werden unbrauchbar. Bei einem elektrischen Teelicht wird das keinen großen Wertverlust bedeuten, bei einem Smartphone aber schon.
Schwer zu sagen, wie lange ein Akku herumliegen kann
Jede zweite Person hebt ihr altes Handy zuhause auf – etwa als Reservegerät, falls das aktuelle Mobiltelefon defekt sein sollte. Um alte Geräte funktionstüchtig zu halten, sollte man auf ihren Akku achten, sagt Roland Brunner von der Montanuniversität Leoben: „Ein Lithium-Ionen-Akku sollte mindestens 20 Prozent Ladestand haben, maximal 80 Prozent. Dann erhält man eine optimale Lebensdauer.“ Er rät dazu, wenig benutzte Geräte in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.
David Kotrba
Selbstversuch: Diese Geräte mit kaputtem Akku hat der Autor bei sich zuhause entdeckt: Elektrische Zahnbürste, Fitness-Armbanduhr, Bluetooth-Kopfhörer.
Ein exaktes Intervall oder eine maximale Liegedauer zu benennen, sei aber schwer: „Das kommt sehr stark auf die Zellchemie an.“ Bei dem genauen Materialmix in Akkus gibt es immer größere Unterschiede. Bei einer Kontrolle sollte man nachsehen, ob Material aus dem Akku austritt und ihn aufladen. Wenn sich der Ladestand innerhalb der ersten zehn Minuten nicht verändert oder das Gerät heiß wird, sollte man den Ladevorgang sofort abbrechen.
Bitte nicht selbstständig öffnen
„Wenn ein Akku kaputt ist, ist er kaputt. Man kann ihn nicht mehr reparieren“, sagt Brunner. Der Akku lässt sich dann nur noch durch Recycling verwerten. Michael Merstallinger rät Konsumenten, akkubetriebene Geräte zumindest jedes halbe Jahr aufzuladen, „aber nur ein bisschen, nicht voll“. Geräte, die man nicht mehr nutzt, sollte man lieber weitergeben, solange sie noch funktionieren. Am Gebrauchtwarenmarkt ließen sich leicht Abnehmer finden. Alte Handys kann man auch spenden, etwa in der Ö3 Wundertüte.
Wenn ein Gerät mit fest verbautem Akku nicht mehr aufgeladen werden kann, sollte man nicht versuchen, es selbstständig zu öffnen. Am besten entsorgt man es. „Wir haben in Österreich ein sehr gut funktionierendes Netz an Sammelstellen, zu denen man Geräte mit Akku bringt.“ In Wien seien das etwa die Mistplätze. Gesammelte Geräte werden dem Recycling zugeführt, wo man wertvolle Materialien wie Nickel, Kobalt oder Mangan zurückgewinnen kann.
Viele erwartet ein zweites Leben
Auf keinen Fall sollte man nicht mehr gebrauchte Elektrogeräte mit Akku …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



