
Der Luftfahrzulieferer peilt nach einem Rekordumsatz 2024 ein weiteres kräftiges Plus an. Personal- und Energiekosten machen dem Unternehmen aber zu schaffen.
Heimische Industriebetriebe im Aufwand sind derzeit nicht leicht zu finden. Bei FACC ist das aber nicht nur sprichwörtlich der Fall. Der Flugzeugzulieferer setzte im Sog des nach der Corona-Pandemie wiedererwachten Luftfahrtbooms seinen Steigflug im vergangenen Jahr in hohem Tempo fort.
Das Innviertler Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 20 Prozent auf 884,5 Mio. Euro, nachdem er bereits im Vorjahr um fast ein Viertel gewachsen war. Auch das operative Ergebnis legte deutlich von 17,5 Mio. Euro im Jahr 2023 auf 28,3 Mio. Euro im vergangenen Jahr zu. Unzufrieden ist man mit der Marge, die lediglich 3,2 Prozent betrug, wie es bei der Präsentation der Zahlen am Dienstag in Wien hieß. Die Auftragsbücher sind mit einem Volumen von fast 6 Mrd. Euro prall gefüllt.
Kosten belasten
Mit den hohen Kosten für Personal und Energie am Standort Österreich hadert aber auch FACC. Ein 2024 gestartetes Kostensenkungsprogramm wird gerade umgesetzt. Die Standortkosten seien in den vergangenen Jahren explodiert, sagte FACC-Chef Robert Machtinger, dessen Vertrag vor kurzem bis 2030 verlängert wurde. Lohnsteigerungen von 30 Prozent in 5 Jahren könne man nicht kompensieren. Auch bei weitem nicht alles könne von den Kunden zurückgeholt werden.
Wo man die in den nächsten Jahren anfallenden notwendigen Investitionen von 200 bis 300 Mio. Euro tätige, werde man sich deshalb genau überlegen, sagte der FACC-Chef.
Produktion in Kroatien wird ausgebaut
Auch eine Verlagerung von Teilen der Produktion ins kroatische Werk in Jakovlje ist angedacht. Dort soll der Mitarbeiterstand in den nächsten beiden Jahren von 500 auf 800 steigen, wie Machtlinger sagte. Aber auch hierzulande soll es leichte Zuwächse beim Personal geben. Im vergangenen Jahr nahm FACC weltweit knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf.
FaCC/Bartsch
FACC-Chef Robert Machtlinger
Lokale Produktion in USA und Asien
Ausgebaut werden sollen jedenfalls die Standorte in Asien und Nordamerika. In Asien wächst man unter anderem als Zulieferer des chinesischen Flugzeughersteller Comac kräftig. In den USA ist man auch mit Lufttaxi-Komponenten und Lieferdrohnen mit Entwicklungsaufträgen von rund 100 Mio. Euro gut im Geschäft.
Im Kerngeschäft mit Flugzeugkomponenten überlegt man dort ebenfalls verstärkt lokal für Hersteller wie Boeing zu fertigen. Auch um die Logistikaufwendungen zu reduzieren, wie Machtlinger sagte.
Vorerst kaum Auswirkungen durch US-Zölle
Von den von der Trump-Administration angekündigten US-Importzöllen ist FACC wegen der hohen Kosten beim Lieferantenwechsel in der Branche, der oft auch mit neuen Zertifizierungen verbunden ist, zunächst kaum betroffen. Beim Absatz neuer Produkte sei man aber dann nicht mehr wettbewerbsfähig, sagte Machtlinger.
Auch nach wie vor anhaltende Probleme in der Liefekette belasten. Hier will das Unternehmen längerfristig ebenfalls mit Restrukturierungen Abhilfe schaffen.
Ausblick
Für das kommende Jahr erwartet Machtlinger weitere Zuwächse beim Umsatz. Die erwartete Spanne ist mit 5 bis 15 Prozent sehr breit bemessen. Wie stark das Wachstum tatsächlich ausfällt, will man wegen bestehender Unsicherheiten am Markt zum Halbjahr genauer wissen.
Wachsen soll auch die Marge. Von derzeit 3 bis 4 mittelfristig auf das Vor-Corona-Niveau von 8 bis 10 Prozent. Ab 2025 oder 2026 könnte auch wieder eine Dividende ausbezahlt werden. Die FACC-Papiere legten bis Mittwochnachmittag an der Wiener Börse leicht um …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft