Lufthansa-Jubiläum: Seit einem Jahrhundert über den Wolken

Wirtschaft

Von den Anfängen der zivilen Luftfahrt bis zu den Herausforderungen der Gegenwart spannt sich diese Unternehmensgeschichte: Die Lufthansa wird heute, am 6. Jänner, 100 Jahre alt. Die Airline mit dem Kranich als Symbol ist eng mit technischem Fortschritt, Internationalisierung und mit politischen Zäsuren verbunden. Heute ist die Lufthansa-Gruppe mit 104.000 Beschäftigten und 840 Flugzeugen das größte Luftfahrtunternehmen Europas und weltweit die Nummer vier. Zu ihr gehören: Austrian Airlines, Swiss, Discover Airlines, Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines, Air Dolomiti, Eurowings, ITA Airways, Edelweiss Air und Brussels Airlines.

Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1926, als die Deutsche Luft Hansa AG aus einem Zusammenschluss der Mitbewerber Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr entstand. Der Erstflug erfolgte im April 1926. In der Weimarer Republik galt das Unternehmen als Symbol moderner Mobilität. Holzklasse-Flieger wie das legendäre Wellblech-Flugzeug Junkers Ju 52 wurden zur Ikone einer Epoche, in der Zuverlässigkeit und Reichweite wichtiger waren als Komfort.

Die Aufrüstung im Nationalsozialismus

Adolf Hitler nutzte die Ju 52 schon in den frühen 1930er-Jahren für seine Propaganda- und Wahlkampfreisen. Laut Forschungen war die stark subventionierte Lufthansa eng in die vom Versailler Vertrag verbotene Aufrüstung des Deutschen Reiches eingebunden. In der Zeit des Nationalsozialismus profitierte die Lufthansa von der Aufrüstung und setzte Tausende Zwangsarbeiter insbesondere in der Flugzeugwartung ein. Die JU 52 wurde so gebaut, dass sie schnell für militärische Zwecke umgerüstet werden konnte. Sie transportierte Fallschirmjäger und andere Soldaten, Verwundete und Material. Mitunter wurde sie auch als Hilfsbomber eingesetzt.

„Im März 2026 wird ein umfassender Geschichtsband erscheinen, der eine ausführliche und historisch fundierte Aufarbeitung der Rolle der Lufthansa in der Zeit von 1933 bis 1945 enthält“, so ein Lufthansa-Sprecher.

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Der Neustart 1955

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Lufthansa aufgelöst, Deutschland verlor seine zivile Luftfahrt. Erst im April 1955 hob wieder ein Lufthansa-Flug ab, gestartet wurde auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof.

Rechtlich hat der heutige Lufthansa-Konzern nichts mit seiner Vorgängerin zu tun. Er sicherte sich aber aus der Liquidation die Rechte am Namen, an der Farbgebung und am ikonischen Kranich-Symbol.

In den nächsten Jahrzehnten entwickelte sich die Lufthansa zum Flaggschiff des deutschen Wirtschaftswunders. Seit Mitte April 1966 notiert die Aktie der staatlichen Lufthansa an den Frankfurter Börse und wurde damit zum Teil privatisiert.

Drehkreuz am Flughafen Frankfurt

Mit dem Ausbau des Drehkreuzes am Flughafen Frankfurt wurde sie zu einer zentralen Akteurin im europäischen Luftverkehr. Die Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs in den 1990er-Jahren erhöhte den Preisdruck, Allianzen und Fusionen veränderten den Markt. Die Lufthansa reagierte mit Internationalisierung, gründete die Luftfahrtallianz Star Alliance mit und übernahm ausländische Airlines. Erst seit 1997 ist die Lufthansa vollständig in privatem Besitz. 15,01 Prozent hält der deutsche Investor Klaus-Michael Kühne.

In den vergangenen Jahren hat sich die Kern-Airline Lufthansa zum teuren Sorgenkind entwickelt.

Mit einem harten Sanierungsprogramm soll sie wieder in die schwarzen Zahlen gebracht werden. 4.000 Stellen sollen im Konzern wegfallen, die Funktionen der einzelnen Airlines sollen stärker zentral in Frankfurt gesteuert werden. Von den drei großen Netzwerk-Airlines hat die Lufthansa die größte Flotte und die meisten Passagiere, aber die schmalste Gewinnspanne und den schwächsten Aktienkurs. Gegenüber der British-Airways-Mutter IAG ist sie weit abgeschlagen, auch Air …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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