
Lange 26 Jahre hat es gebraucht, um das Freihandelsabkommen Mercosur mit fünf südamerikanischen Ländern auf den Weg zu bringen. Für den früheren WKO-Chef Christoph Leitl ist das grüne Licht ein „tolles Lebenszeichen des totgesagten Europas“. Man kann es auch anders sehen: In der heutigen Zeit darf ein solches Abkommen nicht so lange dauern. Das jahrelange Gezerre – weniger mit Südamerika, sondern vor allem innerhalb Europas – ist ein Zeichen von Schwäche. Während die USA oder China weitaus schneller agieren.
Die innere Zerrissenheit gibt es auch in Österreich und geht quer durch ÖVP und SPÖ. Um innerparteiliche Konflikte zu vermeiden, berufen sie sich auf einen „Nein zu Mercosur“-Beschluss des Nationalrats aus dem Jahr 2021. Das ist europapolitisch betrachtet peinlich. Diverse Umwelt-NGOs sind da konsequenter – sie lehnen wie die FPÖ prinzipiell fast alles ab, was aus der EU kommt und der Wirtschaft helfen könnte.
Nur zur Erinnerung: Die heimische Wirtschaft legt heuer bestenfalls ein Prozent zu. Und auch in den nächsten Jahren wird es nicht viel besser. Daher ist jede Möglichkeit einer besseren Entwicklung zu nutzen.
Dabei überwiegen beim Abkommen die Chancen die möglichen Nachteile bei Weitem. Auch für Bauern hat Italiens Regierungschefin Meloni noch einiges herausgeholt. Dauert auch das nächste geplante EU-Abkommen (mit Indien) so viele Jahre, können sich die USA und China jedenfalls freuen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



