
2024 stagnierten die Kaufpreise für Bestandswohnungen und Einfamilienhäuser. Die Nachfrage nach Finanzierungen zieht aber an.
Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer zeigt deutlich: Die Preiszuwächse für Wohnimmobilien fielen 2024 moderat aus. Dennoch sind die Preise weitgehend stabil, die Anpassungen nach unten sind weitgehend abgeschlossen. Die Experten des Fachverbands sprechen von einer Seitwärtsbewegung, es gibt regional wenige Ausreißer, wo die Preise leicht gesunken sind.
In den meisten Gemeinden und Bezirken legen die Wohnungspreise leicht zu – allerdings vielfach unter der Jahresinflation, was real bedeutet, dass die Preise stagnieren. Doch in guten Lagen mit hoher Nachfrage steigen sie.
Kurier Grafik
„2025 gibt es nicht mehr die großen Sprünge“, fasst Gerald Gollenz, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer, zusammen. So haben etwa die Baugründe österreichweit im Durchschnitt die 400-Euro-Marke pro Quadratmeter überschritten, das ist ein Plus von 2,23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ebenfalls gestiegen sind die Wohnungsmieten, beim Neuabschluss zahlen Mieter im Österreich-Durchschnitt 9,30 für neuwertige Wohnungen (+ 3,03 Prozent). Die Kaufpreise für Bestandswohnungen sind in fast allen Landeshauptstädten leicht gestiegen. Am stärksten in Wien mit 5,6 Prozent, gefolgt von Innsbruck und Linz (je plus 3,6 Prozent) sowie Salzburg (3,3 Prozent). Geringer fielen die Steigerungen in Bregenz, Eisenstadt und Klagenfurt aus, St. Pölten und Graz verzeichneten moderate Rückgänge.
Thema Neubau
Wien profitiert vom Bauboom der vergangenen Jahre – neu gebaut wird aktuell wenig. „Wir haben noch ein Angebot an Neubauwohnungen zur Verfügung“, sagt Michael Pisecky, Obmann der Wiener Immobilientreuhänder. Es gebe Projekte in der Pipeline, aber die Vorlaufzeit, bis diese realisiert werden, sei lange. Ein Problem sei auch die Finanzierung.
Die Folge: Das Angebot, das derzeit am Markt ist, wird heuer aufgesogen werden, Gerald Gollenz erwartet für 2025 eine Angebotsverknappung. Wenn nur wenige neue Projekte, die in der Pipeline sind, nachkommen, werden die Preise steigen. Daher sei nun ein guter Zeitpunkt für den Kauf zur Altersvorsorge, sind die Experten überzeugt.
Die Nachfrage nach Krediten steigt jedenfalls, die Zinsen sind gesunken, die Einkommen gestiegen und im Juni laufen die strengen Kreditvergaberichtlinien (KIM-Verordnung) aus. Der Fachverband ist daher optimistisch, dass viele Menschen über ausreichend Mittel verfügen, um nun in ein Eigenheim oder eine Vorsorgewohnung zu investieren.
Der Blick in die Landeshauptstädte zeigt:
Einfamilienhäuser sind – traditionell – im Westen am teuersten: in Bregenz mit durchschnittlich 4.387 Euro pro Quadratmeter für Objekte mit durchschnittlichem Wohnwert, gefolgt von Salzburg Stadt mit 4.126 Euro/m² und Innsbruck Stadt (4.053 Euro/m²). In Linz, St. Pölten, Eisenstadt, Graz und Klagenfurt wird man zu Preisen unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Hausbesitzer. Wien liegt über diesem Wert, mit rund 3.404 Euro pro Quadratmeter.
Auch die Wohnungsmieten sind im Westen sowie in der Bundeshauptstadt am höchsten – mit 13,76 Euro pro Quadratmeter in Innsbruck Stadt für Wohnungen in guter Lage, gefolgt von Salzburg Stadt (12,60 Euro/m²) und Bregenz und Wien (je über 10 Euro/m²). In den restlichen Landeshauptstädten liegen die Mieten zwischen 7,5 und neun Euro pro Quadratmeter. Am stärksten gestiegen sind die Mieten laut Preisspiegel in Salzburg und Innsbruck.
Neu errichtete Wohnungen im Erstbezug sind in Graz, Salzburg und Wien am stärksten gestiegen, mit 5,5 bis 8,7 Prozent. Am höchsten sind die Kaufpreise für …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft