VDA-Präsidentin: Handelskrieg mit den USA „nicht auszuschließen“

Wirtschaft

Hildegard Müller (CDU), Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), kommentierte in der ZIB 2 den eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und der EU.

Der Handelskonflikt mit den USA spitzt sich zu. Denn: Am 2. April sollen US-Zölle auf bestimmte Konsumgüter und Autos aus dem Ausland in Kraft treten. Sie sind Teil von Donald Trumps Bemühungen, die US-Produktion zu fördern und das Handelsdefizit des Landes zu verringern.

Und: er interessiert sich offenbar nicht dafür, ob die Automobilindustrie ihre Preise aufgrund seiner Zölle erhöht. „Es ist mir völlig egal“, sagte er am Wochenende in einem Interview mit dem US-Sender NBC News. 

Die Zölle auf im Ausland hergestellte Autos und Autoteile würden den in den USA ansässigen Fabriken Auftrieb geben und zu einer Absatzsteigerung führen, so sein Plan. „Ich hoffe, dass sie ihre Preise erhöhen, denn wenn sie das tun, werden die Leute Autos aus amerikanischer Produktion kaufen“, sagte Trump dem TV-Sender. 

Will Trump die deutsche Autoindustrie „zerstören“?

Was bedeutet die geplante US-Zollkeule nun für den europäischen Markt? „Es ist insgesamt ein herber Rückschlag für den freien Handel und wird für die Verbraucherinnen und Verbraucher eine Verteuerung der Produkte bedeuten,“ so Hildegard Müller (CDU), Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Dienstagabend in der ZIB 2. Sie hoffe auf weitere Verhandlungen. 

Wolle Trump aber gar die deutsche Autoindustrie „zerstören“, fragt Moderator Armin Wolf. Um die deutsche Autoindustrie müsse man sich nicht sorgen, die Frage sei aber, wo künftig produziert werde, so Müller – und weist darauf hin, dass Deutschland auch in den USA mit Werken wie VW, BMW oder Mercedes mit 140.000 Beschäftigten vor Ort Autos herstelle. Die Zoll-Pläne würden jedoch „alle treffen“, so Müller. 

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Sie kritisiert zudem die Standortverlagerung, die nur deshalb zustande käme, weil „unsere Standorte immer weniger wettbewerbsfähig sind.“ Das habe mit hausgemachten Problemen zu tun, an denen Europa arbeiten müsse. Beispiel BMW, das in einem Werk in North Carolina produziert, die Hälfte der hergestellten Autos aber aus den USA wegexportiert, auch zurück in die EU. „Ist das sinnvoll?“ fragt Wolf. Der internationale Handel habe weltweit Wachstum und Wohlstand gebracht, reüssiert Müller. 

„‚America alone‘ ist kein erfolgreicher Weg“

Auch die amerikanische Wirtschaft sei auf den Welthandel angewiesen, betont die VDA-Präsidentin. „‚America alone‘ ist erfolgreicher Weg. Die USA exportieren selbst in andere Regionen, seien ebenfalls auf offene Märkte angewiesen, sonst würden dort ebenso Arbeitsplätze in Frage gestellt werden. 

In den USA gab es bislang auf europäische Autos einen Zoll von 2,5 Prozent – aber für amerikanische Autos, die nach Europa kommen, 10 Prozent. „Ist das fair? Hat Trump hier nicht vielleicht einen Punkt?“ hakt Wolf nach. „Wir fordern auch die europäische Union auf, ihre Handelspolitik zu überdenken. Zölle zu senken ist immer der bessere Weg, als sie zu heben. Wir sollten also nach gemeinsamen Lösungen suchen, nicht nach Eskalation“ so Müller – die jedoch auch in den Raum stellt, dass die EU mit Ländern wie Kanada, Mexiko oder Japan zusammen überlegen könnte, auf die Gebärden der USA „gemeinschaftlich“ zu reagieren. 

Wie genau so eine Reaktion aussehen könnte, erläutert Müller nicht, man müsse zuerst nochmals eruieren, wie stark man verwoben sei …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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