
Architektonisch hat Barcelona generell einiges zu bieten – dieses Jahr jedoch besonders viel. Nach Rio de Janeiro und Kopenhage ist die katalanische Hauptstadt nun zur Unesco-Welthauptstadt der Architektur für das Jahr 2026 gekürt worden. Die Stadt erhält durch diese Auszeichnung die Möglichkeit, ihre nachhaltige Entwicklung der Architektur und Stadtplanung wirksam zu präsentieren.
Barcelona will in diesem Jahr Maßstäbe für das globale architektonische Denken setzen. Dabei geht es nicht nur um das architektonische Erbe, sondern auch darum, darüber nachzudenken, wie Architektur, Städtebau und Landschaftsgestaltun die drängenden urbanen, sozialen und ökologischen Herausforderungen lösen können. In diesem Jahr gedenkt Barcelona historischer Meilensteine: dem 100. Todestag von Antoni Gaudí und dem 150. Todestag von Ildefons Cerdà, dessen visionärer Eixample-Plan der Stadt eine neue Gestalt verlieh und die moderne Stadtplanung entscheidend prägte.
APA/AFP/JOSEP LAGO
Hier findet heuer die Architekturkonferenz statt
Vom 12. Februar bis zum 13. Dezember verwandelt sich Barcelona in ein offenes Stadtlabor: 15.000 Aktivitäten machen Straßen, Plätze und Gebäude zu Orten des Austauschs und der Begegnung. Ausstellungen, Stadtrundgänge, Workshops und Vorträge laden ein, Architektur zu entdecken. Ein Höhepunkt für Fachleute wird ab 28. Juni bis 2. Juli der UIA-Weltkongres sein: 10.000 Architekten und Stadtplaner werden erwartet. Unter dem Motto „Werden. Architekturen für einen Planeten im Wandel“ findet die Konferenz an zwei symbolträchtigen Orten statt. Im ehemaligen Energiekraftwerk Les Tres Xemeleies und im Disseny Hub Barcelona an der Placa de los Glories, also zwischen industriellem Erbe und ökologischer Transformation.
Ein Grund, warum Barcelona den Zuschlag für die Welthauptstadt der Architektur bekommen hat, ist ein doppeltes Gedenkjahr. Barcelona begehrt 2026 den 100. Todestag von Antoni Gaudí und den 150. Todestag von Ildefons Cerdà. Zwei Persönlichkeiten, die das Verständnis von Stadt und Architektur verändert haben. Gaudí mit seiner naturinspirierten Formensprache und Cerdà mit seinem schachbrettartigen Stadtentwicklungskonzept. Das Gaudí -Jahr will den berühmten Architekten mit hunderten Ausstellungen, Konzerten und Konferenzen feiern. Ein Höhepunkt ist das 100-jährige Jubiläum des Park Güell als öffentlicher Park sowie die geplante Einweihung des Jesus-Turms der Sagrada Familia an seinem 100. Todestag am 10. Juni 2026. Mit 172,5 Metern wird er das Bauwerk zur höchsten Kirche der Welt machen.
Das Cerdà-Jahr rückt Konzepte wie Barcelonas Superblocks und die grünen Achsen in den Fokus. In der aktuellen Debatte rund um nachhaltige Städte erscheinen seine Ansätze erstaunlich zeitgemäß.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



