
Es war ein Jahr voller Unsicherheiten, Krisen und eines sehr schwachen Wirtschaftswachstums in Österreich. Welche Themen die heimischen Firmen besonders beschäftigt haben und wie sie bei all dem noch Zeit für Nachhaltigkeit finden, erklären Julia Weberberger (Energie AG Oberösterreich), Peter Hermann (NetApp) und Denise Kovarik (Glacier) im KURIER Business Gespräch.
Firmen bleiben trotz Krisen optimistisch
„2025 war ein Härtetest für die Nachhaltigkeit“, bestätigt Julia Weberberger. „Aber ich bin der Meinung, dass sie ihn besser bestanden hat, als viele erwartet haben.“ Trotz der Unsicherheiten und Krisen hängt ihr Blick am Positiven: „Wir haben in der EU nach wie vor das Ziel, 2050 klimaneutral zu werden. Das ist für Unternehmen wie uns eine wichtige Klarheit.“ Der Transformationspfad geht weiter.
Das Gebot der Zeit: Man hält an den großen Zielen fest, justiert bei Bedarf aber nach. Die Energie AG Oberösterreich hält sich hier an die „klaren, strategischen Vorgaben“ des Vorstands: „Wir richten uns auf Klimaneutralität aus, und das haben wir auch in sehr konkrete, messbare Ziele übersetzt.“
Peter Hermann zeigt sich ebenfalls optimistisch: „Man darf sich nicht von ein, zwei schlechten Jahren beirren lassen. Was alle für die Zukunft erreichen wollen, ist, einen Planeten für die nächsten Generationen zu haben, der lebenswert ist.“ Man müsse das in einem gesamten Kontext sehen: „Die EU hat das Jahr genutzt, um praktischer zu denken, was die Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen angeht“, sagt er.
„Das sehe ich nicht als negativ.“ Als Technologiekonzern habe man „zwei Paar Schuhe, die man sich anziehen kann“: was man selbst als Firma macht und was man macht, um den Kunden zu helfen. Als Firma versucht NetApp etwa, all ihre Produkte energiesparender zu machen und auch energiesparender zu produzieren: „Wir haben vor, bis 2030 weit über 50 Prozent unseres CO2-Ausstoßes weltweit einzusparen. Diesen Weg werden wir fortsetzen.“
Für Denise Kovarik ist das ein besonders wichtiger Punkt: „Obwohl Polykrisen passieren, stoppt der Klimawandel ja nicht und wartet nicht, bis bessere Zeiten kommen.“ Man müsse dranbleiben. „Wir beobachten, dass viele Unternehmen unsicher sind. Sie brauchen Planungssicherheit. Wenn die Regulatorik nicht da ist, fehlt das.“
Sie merkt auch, dass sich das in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat. „Nachhaltigkeit ist kein Nice-to-have mehr. 87 Prozent der Millennials wollen nicht in einer Firma arbeiten, die keine Nachhaltigkeitsziele hat. Die Unternehmen, die das verstehen, verankern Nachhaltigkeit tiefer.“
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



