
Nachfrage und Kaufpreise steigen leicht, das Immobilien-Angebot wird hingegen weniger.
Die Zahl der Immobilienverkäufe in Österreich ist 2024 gesunken. 69.500 Immobilien haben im Vorjahr den Besitzer gewechselt, im Jahr davor waren es noch 83.000. Als Grund für den Rückgang sehen Branchenvertreter die strengen Kreditvergaberegeln und damit erschwerte Finanzierungsbedingungen.
2025 ist Bewegung in den Markt gekommen, die Finanzierungsnachfrage steigt. Dass die Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch gefallen sind, hat das Kaufinteresse zusätzlich erhöht, wie Michael Pisecky, Obmann der Wiener Immobilientreuhänder, ausführt: „Wir hören von Banken, dass die Nachfrage wieder steigt“. Schließlich seien die Zinsen gesunken und die Einkommen gestiegen, der Immobilienerwerb ist wieder leichter leist- und finanzierbar.
Die Wohnungspreise steigen moderat, vielfach aber unter der Jahresinflation.
Die Preise für Bestandswohnungen sind in fast allen Landeshauptstädten leicht gestiegen. Am stärksten in Wien mit 5,6 Prozent, gefolgt von Innsbruck und Linz (je plus 3,6 Prozent) sowie Salzburg (3,3 Prozent). Geringer fielen die Steigerungen in Bregenz, Eisenstadt und Klagenfurt aus, St. Pölten und Graz verzeichneten moderate Rückgänge.
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Neubau-Erstbezugswohnungen lag österreichweit bei 3.559 Euro pro m². Reihenhäuser verzeichneten einen Anstieg um 3,9 Prozent auf 2.190 Euro/m², Einfamilienhäuser erhöhten sich leicht auf 2.426 Euro pro m². Baugründe sind in Klagenfurt günstiger geworden.
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Etwas stärker gestiegen sind die Wohnungsmieten. Neuwertige Mietwohnungen werden zu durchschnittlich 9,30 Euro pro Quadratmeter vermietet, das entspricht einem Anstieg um gut drei Prozent. „Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist sehr hoch“, beobachtet Pisecky.
2025 rechnen die Experten mit einer weiteren Angebotsverknappung am Wohnungsmarkt, es werden weniger neue Wohnungen errichtet. „Wir profitieren vom Bauboom der vergangenen Jahre und haben noch ein Angebot an Neubauwohnungen zur Verfügung“, so Pisecky.
Zum Problem wird der rückläufige Neubau vor allem dann, wenn Maßnahmen wie der Sanierungsturbo, der im Regierungsprogramm steht, nicht umgesetzt werden. „Füllen Sie die Überschriften endlich mit Inhalten“, richtet Gerald Gollenz, Fachverbandsobmann der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich, einen Appell an die neue Regierung.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft