Golden Globes läuten die Preissaison ein: Die Dämonen kommen nach Hollywood

Kultur

Die großen Hollywoodpreise waren zuletzt, aus verschiedenen Gründen, in eine Abwärtsspirale geraten.

Die Oscars verstrickten sich in inhaltliche Debatten, wollten es nach Kritik an mangelnder Zeitgemäßheit der Nominierungen dann allen recht machen – und verloren rapide Seher. Ein Grund: Das, was die Menschen im Kino wirklich anschauen, und das, was bei den Oscars ausgezeichnet wurde, driftet immer weiter auseinander.

Die Golden Globes wiederum, der Preis der Auslandspresse, hatten ihren ganz eigenen Skandal: Auch hier ging es um Diversität innerhalb der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), vor allem aber um eine unangenehme Nähe der Filmjournalisten zu den Stars und um Korruptionsvorwürfe. Der in Hollywood gerne entgegengenommene und zugleich ebenso gerne belächelte Preis stand wegen all dem überhaupt vor dem Aus.

Stars von einst

Und beide Krisen hatten auch Umgebungsgeräusche, die nichts mit Interna zu tun hatten. Denn das Filmbusiness Hollywoods hat sich zuletzt in einem für die Preisgalas zentralen Aspekt gewandelt: Die großen Stars sind längst nicht mehr die Kassenmagneten, die sie einst, als die Globes und die Oscars ins Leben gerufen wurden, waren. Menschen gingen zuletzt weit weniger wegen gewisser Schauspielerinnen und Schauspieler ins Kino – sondern wegen inhaltlicher Marken. „Avatar“ ist hierfür das beste Beispiel: Obwohl hier von Sigourney Weaver bis Kate Winslet große Stars mitspielen, macht der Film seine Millionen nicht wegen dieser Stars – niemand geht in „Avatar“, um eine computerverbesserte Kate Winslet in Blau zu sehen.

Für den Starauflauf bei den Preisgalas waren das schlechte Nachrichten: Stars sind im aktuellen Hollywoodgefüge um einiges weniger wichtig als früher. Die großen Filmmarken der letzten Jahre – „Marvel“, „Avatar“, Disneys Neuverfilmungen – sind alle nicht schauspielergetrieben und damit nicht oscarwürdig. Der Indie-Film „Anora“, großer Gewinner der Oscar-Gala 2025 mit fünf Preisen, wiederum spielte weltweit nicht einmal 60 Millionen Dollar ein.

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Neues Feuer

Und trotzdem: 2026 könnte eine Rückkehr der Filmpreise einläuten, oder zumindest vorwegnehmen, die auf ganz anderen Umständen fußt.

Es ist nämlich, wie der Hollywood Reporter festhält, die „Saison des Hasses auf die KI“ angelaufen. Und Hollywood will hier an vorderster Front mitspielen.

An allen Ecken und Enden gibt es eine diesbezügliche Repositionierung, die wiederum genau der Oscars- und Golden-Globes-Preisträgerware entgegenkommt: Man streicht hervor, dass hier echte Menschen spielen – und meint damit vor allem die große Konkurrenz um die Aufmerksamkeit, das Internet. Denn dort, das geistert schon lange durch die Tech-Magazine, passiert gerade das genaue Gegenteil: Auch einst sinnvolle Ecken des Netzes werden überschwemmt mit nichtswürdigen KI-Inhalten, von den Sozialen Medien gar nicht erst zu reden. Die Menschen verbringen immer mehr Zeit mit Fake-Inhalten, nicht mehr nur Fake-News, sondern Fake-Bildern, Fake-Videos mit Fake-Menschen.

Auftritt: Der echte Hollywoodstar. Der war einst eine unerreichbare, fast mythische Figur, unnahbar und artifiziell. Er war aber immer – ein Mensch. Das allein zeichnet ihn gegenüber der KI-Konkurrenz als verkaufbar aus. Und darauf versteht sich Hollywood: In immer mehr Bewegtbildproduktionen wird extra darauf verwiesen, dass hier keine generative KI verwendet wurde, darunter im größten Serienkritikerhit, „Pluribus“. Selbst der Technologiemeister unter den Regisseuren, James Cameron, zeigt sich öffentlich dezidiert skeptisch gegenüber der KI. Autoren und Schauspieler streikten schon 2023 gegen …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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