Freiwillige Corona-Pause: Auch kein islamischer Gottesdienst

Politik

Bundespräsident Alexander Van der Bellen appelliert, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten. Nach den Christen setzen nun auch die Moslems die Gottesdienste aus.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Montag an die Bevölkerung appelliert, sich an die Beschränkungen im Corona-Lockdown zu halten. „Bitte seien Sie solidarisch und halten Sie sich an alle gebotenen Schutzmaßnahmen“, ersuchte Van der Bellen auf Facebook die Menschen: „Handeln wir jetzt alle gemeinsam. Dann kommen wir gut durch diese Gesundheitskrise.“

Wieder im Amt

Der Bundespräsident hat nach seiner schmerzhaften Beckenverletzung nach einem Sturz am vorigen Donnerstag das Wiener AKH verlassen und seither von zu Hause aus die Amtsgeschäfte wahrgenommen. Am Montag arbeitete er erstmals wieder vom Büro in der Hofburg aus. Eine seiner ersten Tätigkeiten waren Telefongespräche mit Ärztinnen und Ärzten zur Corona-Situation.
 

Lockdown leider notwendig

„Ein harter Lockdown ist jetzt leider notwendig, um die Pandemie einzudämmen. Niemand in unserem Land hat sich diesen Lockdown gewünscht. Und doch werden wir die physischen Kontakte jetzt wieder massiv reduzieren müssen. Wir tun das, damit niemand entscheiden muss, wer ein Intensivbett bekommt, und wer nicht, wer also die Chance aufs Überleben hat und wer nicht“, schreibt der Bundespräsident auf Facebook.

Moslems machen mit

Dem Aufruf des Bundespräsidenten folgen auch die Religionsgemeinschaften. Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) setzt – wie die katholische und evangelische Kirche – während des „Lockdowns“ ihre Gottesdienste aus. In den Moscheen werde es bis zum Ende der Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen keine Freitags- und Gemeinschaftsgebete geben, hieß es am Montag in einer Aussendung. Darauf habe man sich in einer Videokonferenz aller Religionsgemeinschaften mit Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) verständigt.

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Einigung mit Ministerin Raab

Die Religionsausübung ist von der Regierung zwar weiterhin ausdrücklich erlaubt, die Religionsgemeinschaften verhängen allerdings freiwillige Maßnahmen, um die Corona-Infektionszahlen einzudämmen. So auch die IGGÖ, die ihre gemeinschaftlichen Veranstaltungen in den ihnen unterstehenden rund 350 Moscheen in Österreich ab Dienstag (17. November) bis einschließlich 6. Dezember aussetzt. Die Tore der Moscheen bleiben für das persönliche Gebet und seelsorgerische Dienste weiterhin geöffnet.

Gesundheit vor Betpflichten

„Im Islam spielt die gemeinsame Verrichtung des Gebets, die Zusammenkunft als Gemeinschaft in der Moschee eine besondere Rolle. Dennoch gilt unsere größte Sorge nun dem Wohle und der Gesundheit unserer Mitmenschen“, kommentierte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, die Entscheidung. Über Online-Angebote und digitale Kommunikationskanäle soll wie schon im Frühling der Kontakt zu Gemeindemitgliedern aufrecht erhalten bleiben.

Aus islamisch-theologischer Sicht gilt die Verpflichtung zur Durchführung des Freitagsgebets als aufgehoben, wenn Krankheit oder Sorge um Gesundheit und Leben vorliegen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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