42 Millionen Überstunden nicht abgegolten: AK fordert Strafzuschläge

Wirtschaft

Im Vorjahr wurde laut AK-Berechnung jede vierte Mehr- und Überstunde nicht ausbezahlt. Nicht nur für die Beschäftigten ist das bitter.

Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert, dass jede vierte Überstunde in Österreich nicht bezahlt wird. Durch diesen „Lohnraub“ hätten nicht nur die Beschäftigten weniger Geld zur Verfügung, auch dem Staat und der Sozialversicherung entgehe mehr als eine Milliarde Euro an Einnahmen.

Laut AK-Erhebung leisteten die Arbeitnehmer/innen in Österreich im Vorjahr insgesamt knapp 169 Millionen Mehr- und Überstunden. Davon wurden 42,3 Millionen, also jede vierte Stunde, nicht vergütet – weder in Zeit noch in Geld.

Frauen sind stärker betroffen als Männer. „Frauen haben für fast jede dritte Mehr- und Überstunde keine Abgeltung erhalten. Da braucht man sich über einen Gender Pay Gap von 18 Prozent nicht wundern“, erläutert Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales in der AK Wien. 

Zahlungsmoral gesunken

Die Anzahl an Überstunden ist zwar gegenüber 2023 leicht gesunken, aber auch die Zahlungsmoral hat sich verschlechtert, kritisiert Stilling Haben Betriebe 2020 von 216,3 Millionen Mehr- und Überstunden 30,2 Millionen nicht bezahlt (14 Prozent), 2021 von 190,6 Millionen 40,6 Millionen (21 Prozent) waren es im Vorjahr bereits 25 Prozent aller Mehr- und Überstunden, die nicht abgegolten werden.

Die nicht entlohnten Mehr- und Überstunden entsprechen einem Volumen von fast 2,3 Milliarden Euro, den den Arbeitnehmer/innen vorenthalten wurden. 1,2Milliarden Euro davon fehlen den Beschäftigten am Konto, der Rest entgeht den Staat an Einkommensteuer in Höhe von 960 Mio. Euro und der Sozialversicherung mit 330 Millionen Euro an Dienstgeber-Beiträgen.

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„Das sind hohe dreistellige Millionen-Beträge, die nun im Budget fehlen. Angesichts der ohnehin schwierigen budgetären Lage und des enormen Sparbedarfs doppelt bitter“, kommentiert AK-Präsidentin Renate Anderl.   

Strafzuschläge bei Nichtauszahlung gefordert

Die AK fordert, dass grundsätzlich alle Überstunden abgegolten werden müssen. Werden Überstundenzahlungen vorenthalten, soll es Strafzuschläge von 100 Prozent geben. Bei der Anmeldung zur Sozialversicherung soll es ferner eine verpflichtende Meldung der Arbeitszeiten geben. Um mehr Geld für die Arbeitsmarktpolitik aufzubringen, sollten Arbeitgeber pro geleisteter Überstunde einen Überstunden-Euro abführen müssen.  

Kritik gibt es auch an den Verfallsfristen, die in einigen Kollektivverträgen sehr kurz bemessen sind.  

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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