
Dem Bundesheer fehlt es an Militärärztinnen und Militärärzten. Aktuell sind 170 aktiv, für das „Projekt 2032+“ braucht es aber laut dem Präsidenten der Ärztekammer, Johannes Steinhart, und Heeressanitätschefin Sylvia Sperandio noch deutlich mehr. Außerdem stehe eine Pensionierungswelle bevor und die komplexe Sicherheitslage mache die Gesamtsituation noch heikler. Neue Förderungen durch einen Sondervertrag sollen schon jetzt den Beruf attraktiver machen.
Sperandio betonte in einer Pressekonferenz am Dienstag, wie wichtig diese Berufsgruppe für die Zukunft Österreichs sei und verwies auf die Pläne für das Jahr 2032. So sollen beispielsweise mobile notfallchirurgische Einrichtungen bereitstehen, die in Verbindung mit Krankenhäusern, aber auch selbstständig operieren. Auch in Friedenszeiten hätten die Milizärztinnen und Milizärzte bedeutende Aufgaben, sei es in der Katastrophenhilfe oder auch bei der Versorgung der Präsenzdiener.
Zukunftspläne und Nachwuchs
Das Bundesheer möchte auch weiterhin international Hilfe leisten können, wie etwa auf dem Balkan oder im Libanon. Außerdem sollen die Bundesheermedizinerinnen und Bundesheermediziner mehr Gewichtung im zivilen Gesundheitsbereich bekommen. Auch die Stellungsärzte würden eine große Rolle spielen, sie untersuchen Jahr für Jahr tausende junge Männer und stellten binnen kürzester Zeit eine Diagnose.
Um Nachwuchs zu fördern, versucht das Bundesheer mittels Werbeoffensiven, Grundwehrdiener zu engagieren und auf das Medizinstudium vorzubereiten. Pro Jahr würden so etwa zehn Personen an die Universitäten gebracht. Diese Zahl decke sich in etwa mit den aktuellen Abgängen. Um in Zukunft mehr Zuwachs zu bekommen, müssten laut Steinhart die rechtlichen Rahmenbedingungen noch klarer definiert werden.
Source:: Kurier.at – Politik



