Trumps Krieg ist ein Geldgeschenk für Putin

Politik

Donald Trumps Entscheidung, gegen die Mullahs in Teheran in den Krieg zu ziehen, hätte für Wladimir Putin zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Nach Jahren des Wachstums, angeheizt durch die massiven Investitionen in den Militärindustrie, hatte Russlands Wirtschaft gerade zu straucheln begonnen. Das Budgetdefizit explodierte, der Kreml erhob neue, unpopuläre Steuern, und die Ölindustrie hatte Probleme, ihr sanktioniertes „schwarzes Gold“ an den Mann zu bekommen. Im Februar verbuchten Putins Ölriesen den schlechtesten Monat seit Kriegsbeginn 2022 – die lange kritisierten westlichen Sanktionen begannen zu wirken.

Gewaltiges Plus

Dass US-Präsident Trump ausgerechnet da die Strafmaßnahmen für 30 Tage aufhob, um den durch seinen Krieg in die Höhe schnellenden globalen Ölpreis zu dämpfen, verstanden viele Beobachter nicht. US-Finanzminister Scott Bessent meinte zwar damals, das werde Russland jedenfalls „keinen signifikanten finanziellen Vorteil“ bringen. Wie man jetzt weiß, lag er damit aber falsch – auf ganzer Linie.

Ausgezahlt hat sich Trumps Krieg für Putin allein durch die generell gestiegenen Preise. Für die Sorte Urals, die Russland hauptsächlich exportiert, zahlten Abnehmer plötzlich das Dreifache, der Preis stieg auf ein 13-Jahres-Hoch. Dadurch, dass das Öl 30 Tage lang unsanktioniert verkauft werden durfte, exportieren Putins Ölriesen um 52 Prozent mehr – was ihre Einnahmen laut der Internationalen Energieagentur auf satte 19 Milliarden Dollar steigen ließ. Ein gewaltiges Plus im Vergleich zu den vergleichsweise mickrigen 9,75 Milliarden vom Februar.

Der Kreml, dessen Staatshaushalt sich stark aus Steuern aus dem Energiesektor speist, profitierte davon überproportional. 8,7 Milliarden Dollar an Steuergeldern spülte Trumps Ausnahmeregelung in die Putins Kassen.

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Ukraine legt Ölindustrie lahm

Besonders laute Kritik musste sich Trump dafür aus Kiew anhören. Das mag mit ein Grund dafür gewesen sein, warum das Finanzministerium die Ausnahme nun stillschweigend auslaufen ließ. Seit dem Wochenende sind die Sanktionen wieder in Kraft, offiziell dürfen Russlands Tanker nun kein Öl mehr verkaufen. Nur: Auch vor der Sanktionsaufhebung brachte der Kreml sein „schwarzes Gold“ an dem Mann. Dank des noch immer hohen Ölpreises werden Russlands Einnahmen damit auch weiter florieren.

Um auch das zu verhindern, hat die Ukraine in den letzten Wochen begonnen, wieder Attacken gegen die Ölindustrie zu fliegen. Mit enormem Effekt: „Die Ukraine hat in diesem Monat mehr Drohnenangriffe mit großer Reichweite durchgeführt als Russland“, schreibt Militärexperte Fabian Hoffman. 7000 Systeme seien eingesetzt worden, manche davon mit 1500 Kilometern Reichweite.

Diesmal nahm Kiew aber nicht nur Raffinerien ins Visier, sondern bombardierte die zwei großen Öl-Exporthäfen Ust-Luga und Primorsk, um die Ausfuhr des Öls zu verhindern. Mit Erfolg: In den Tagen nach den Angriffen fielen die Exporte um 43 Prozent, was den Staat laut Hoffmann eine Milliarde Dollar gekostet haben dürfte. Auf volle Kapazität sind die Ausfuhren bisher nicht wieder angelaufen, das gilt auch für die Raffinerien, deren Produktion seither um 17 Prozent reduziert ist. Das dürfte so bleiben: Russland komme mit der Reparatur der Schäden nicht so schnell hinterher, wie die Ukraine neue Drohnen schickt, so Hoffmann.

Für Kiew ist das ein enormer Vorteil, wie auch das Washingtoner Institute for the Studies of War sagt. „Die jüngsten ukrainischen Innovationen im Bereich der Drohnen haben das Kräfteverhältnis auf dem Schlachtfeld zugunsten der Ukraine verschoben“, …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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