
Im Zuge der Ermittlungen rund um den zusammengebrochenen Immobilien‑ und Handelskonzern Signa hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ihre Untersuchungen zuletzt deutlich ausgeweitet. Wie mehrere Insider dem KURIER am Donnerstag berichteten, sollen im Rahmen der Causa Signa auch Hausdurchsuchungen an verschiedenen Adressen in Wien und angeblich auch in der Wachau durchgeführt worden sein, die Alfred Gusenbauer betreffen, den Ex-SPÖ-Bundeskanzler und langjährigen Aufsichtsratschef der Signa Holding und Signa-Beirat. Die Ermittlungen sollen in Zusammenhang mit Provisionszahlungen an den früheren deutschen Signa-Vorstand Timo H. stehen.
Interessanterweise geben sich alle involvierten Personen sehr zugeknöpft. „Ich kann die Zwangsmaßnahme weder bestätigen noch dementieren“, sagt Rüdiger Schender, der Anwalt von Gusenbauer zum KURIER. Der KURIER erreichte auch Gusenbauer selber telefonisch: Er sei im Ausland und könne nicht sprechen, meinte er knapp auf KURIER-Anfrage.
Indes wollte auch Martin Ortner, Sprecher der WKStA keine Stellungnahme abgeben. Grundsätzlich würden bei laufenden Zwangsmaßnahmen keine Stellungnahmen gemacht, sagt Ortner, erst nach Abschluss von Durchsuchungsanordnungen würde eine Pressemitteilung gemacht.
Der Hintergrund
Die Maßnahmen sollen Teil eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens sein, das sich mit möglichen Vermögensdelikten, Untreue, betrügerischer Krida sowie Bilanzierungs‑ und Finanzierungsstrukturen im Umfeld des von René Benko gegründeten Konzerns befasst. Gusenbauer selbst gilt in dem Verfahren bisher nicht als Beschuldigter, sondern ist nur Zeuge. Die Unschuldsvermutung gilt für ihn uneingeschränkt.
Schlüsselrolle im System Signa
Alfred Gusenbauer hatte über Jahre hinweg eine zentrale Governance‑Funktion bei Signa inne. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Signa Holding GmbH war er formell oberster Kontrolleur des Konzerns und damit Teil jener Struktur, die gegenüber Banken, Investoren und politischen Entscheidungsträgern Stabilität und Seriosität signalisieren sollte.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



