Nächste Bundesliga-Reform? Geheime Diskussion über 16 statt 12 Klubs

Sport

Sechs Runden sind in der Bundesliga noch zu spielen, fünf Klubs haben noch Chancen auf den Meistertitel. Schon im letzten Jahr war die Spannung kaum zu überbieten, als in der letzten Runde drei Klubs die Chance auf den goldenen Teller hatten. Fußballerherz, was willst du mehr?

So ist es nicht.

Acht Jahre nach Einführung des Ligaformats wird in der Bundesliga schon wieder über eine Reform diskutiert. Die Abschaffung der Punkteteilung nach 22 Runden ab der kommenden Saison geht einigen nicht weit genug.

Deshalb gibt es unter den Klubs fortgeschrittene Gespräche in Richtung einer neuerlichen Reform in Richtung einer 16er-Liga im Oberhaus, die bei Bedarf sogar auf 18 Klubs aufgestockt werden könnte.

„Viel Bewegung“ 

„In dieser Debatte ist aktuell viel Bewegung drin“, sagt ein Klubvertreter zum KURIER. Seinen Namen will er vorerst ebenso nicht in der Zeitung lesen wie einige andere Funktionärskollegen.

Sie berichten übereinstimmend die aktuelle Sachlage: Für eine Aufstockung sind neben „Topklubs“ der 2. Liga vor allem die „kleineren“ Klubs der Bundesliga wie etwa Altach, Ried, BW Linz oder der GAK.

Der Grund liegt auf der Hand: Über ihnen hängt Jahr für Jahr das Damoklesschwert des Abstiegs in die 2. Liga, der existenzbedrohend ist. Vor allem dann, wenn man sich als Verein insgesamt entwickeln und investieren möchte. Altach hat das vorgelebt. Wenn auch mithilfe der öffentlichen Hand wurden Millionen in Nachwuchs-Campus, Trainingsgebäude für die Profis und Business-Gebäude gesteckt.

Großes Projekt in Ried 

Dazu passend präsentierte Ried am Mittwoch das größte Infrastrukturprojekt der Vereinsgeschichte: Bis 2030 werden rund 16 Millionen in Modernisierung und Ausbau des Stadions sowie der Akademie investiert.

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Klar ist: Wer solche Entscheidungen trifft, sehnt sich nach mehr Sicherheit, langfristig in der Bundesliga zu spielen.

Denn in der 2. Liga sinken die Einnahmen durch TV-Erlöse und Stadionzuschauer massiv, während etwa Personalkosten fast gleich bleiben, sofern man wieder rauf will.

Neue Arbeitsgruppen

Die Diskussion nimmt mit neuen Arbeitskreisen hinter den Kulissen jedenfalls Fahrt auf. Fakt ist: Für eine Liga-Reform braucht es laut den Bundesliga-Satzungen eine Zweidrittelmehrheit.

„Es müssen nur noch zwei bis drei Klubs überzeugt werden, dann gibt es die“, sagt ein Funktionär.

Die Stimmen der erstklassigen Klubs haben jedenfalls doppelt so viel Gewicht.

2. Liga ist ebenfalls im Fokus 

Fix scheint: Für eine Abschaffung der 2. Liga würde es keine Zweidrittelmehrheit geben. Ihre Größe (aktuell 16 Klubs) muss bei allen Reformen mitgedacht werden.

Beweggründe für eine 1. Liga mit 16 Klubs gibt es auf mehreren Ebenen. Aus sportlichen Gründen hat schon Teamchef Ralf Rangnick im Juni 2023 dafür argumentiert.

Als Treiber hinter dem neuen Reformgedanken wird hinter vorgehaltener Hand Christoph Längle genannt. „Ich führe keinen Wahlkampf für eine 16er-Liga“, betont Altachs Geschäftsführer, der sich aber ärgert, dass „von der letzten Klubkonferenz offenbar Dinge nach außen getragen“ wurden.

In dieser Sitzung habe er die Frage aufgeworfen, wie viele Profiklubs Österreich nächste Saison überhaupt haben wird. „Ich bin der Meinung, dass wir keine 28 vertragen.“

Es gibt für Längle aber „einige Themen“, denen man sich stellen müsse. Im Vordergrund stehe die Frage, warum man international nicht mehr so konkurrenzfähig sei.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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