
Immer noch 28 Jahre ist Paenda alt – allerdings nur von ihrem Gefühl und ihrem Selbstverständnis her. Auf dem Papier ist die Pop-Musikerin und ehemalige ESC-Teilnehmerin mittlerweile 38. Diesen Gegensatz fand sie so spannend, dass sie dem Thema des Frauseins in diesem Alter die sieben Songs ihres neuen Mini-Albums „Too Young To Feel Old, Too Old To Feel Young“ gewidmet hat.
„Obwohl ich mich immer noch wie 27 oder 28 fühle, tendiere ich dazu, zu sagen, ich bin alt“, erklärt sie im Interview mit dem KURIER. „Ich merke nämlich, dass ich den Anschluss zur Jugend nicht mehr so richtig finden kann. Thematisch bin ich von dem, was die Jungen interessiert, viel zu weit weg. Ich habe aber auch gemerkt, dass es sehr vielen Leuten in meinem Alter genauso geht. Die Wissenschaft sagt, dass das Gehirn mit 27 oder 28 Jahren fertig ausgebildet ist. Vielleicht bleiben ja deshalb so viele Leute von ihrem Gefühl her in diesem Alter stecken.“
Paenda, die als Gabriela Horn in Deutschlandsberg geboren wurde und ihre Song selbst produziert, verarbeitet in „Forever 28“ auch das Problem der öffentlichen Wahrnehmung von Frauen im mittleren Alter. „Speziell in Berufen wie Musikerin, Schauspielerin oder Moderatorin gibt es – auch wenn das nicht so ausgesprochen wird – immer noch ein Ablaufdatum. Ich finde das ganz schlimm und habe mir deshalb angeschaut, wo und wie finden Frauen in meinem Alter statt? Was für Themen werden ihnen zum Beispiel auf Social Media ausgespielt?“ Und die hätten vorwiegend mit Kindern und Familie zu tun.
„Gleichzeitig ist die Scheidungsrate zwischen 35 und 40 Jahren am höchsten, weil in dem Alter viele Frauen draufkommen, dass sie sich vom Leben mehr wünschen, dass sie immer noch dieselben Träume haben wie mit Mitte 20 und nicht willig sind, sie aufzugeben.“
Paenda hat keine Kinder, will auch keine. Ihre Karriere als Songwriterin und Produzentin für Acts wie Faeschtbänkler, Anna-Sophie, Right Said Fred, ihren Partner Lukas Plöchl oder kürzlich Francine Jordi läuft gut. Sie unterrichtet Musik für Kinder und das reicht ihr: „Das finde so interessant. Und es ist ein schöner Ausgleich zum Musikmachen.“
„Dann bist du eine Rabenmutter“
Aber den Druck, Kinder zu bekommen hat sie auch gespürt: „Früher habe ich das häufig gesagt bekommen“, erinnert sich Paenda. „Da hieß es: ,Du verpasst das Beste im Leben, irgendwann kommst du drauf und dann wirst du es vermissen.‘ Mittlerweile unterbinde ich das. Auch da habe ich mich in den Kommentarspalten auf Social Media umgesehen und gemerkt, dass du es als Frau sowieso nie richtig machen kannst: Wenn du nur Kinder haben willst, schreiben sie, du gibst dich selbst auf, bist old school und konservativ. Wenn du nur die Karriere möchtest, sagen sie, du lügst dich selbst an. Und wenn du beides willst, bist du eine Rabenmutter!“
Der Tatsache, dass sie in den letzten Jahren mehr und mehr gelernt hat, sich ihre „Gutmütigkeit einzuteilen“, hat sie den Song „That’s That“ gewidmet: „Ich bin von Natur aus extrem unterstützend für mein Umfeld, will immer allen helfen und habe dabei mich selbst hintangestellt – vielleicht weil ich die Älteste von …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



