Neues „Tatort“-Duo: „Wir konnten das Kennenlernen überspringen“

Kultur

Die „Ringstraße des Proletariats“ wurden die großen Gemeindebauten am Margaretengürtel auch genannt. Der Reumannhof hat viel erlebt, auch die Bürgerkriegswirren von 1934. Heute ist das lauteste das beständige Vorbeirauschen des Autoverkehrs. Man muss sich beim Drehbesuch den richtigen Platz suchen, um die Begrüßung in einer neuen Ära zu hören. „Die Fußstapfen sind groß“, sagt ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz über den nahen Abschied vom beliebten Ermittler-Duo Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). Aber nach zehn Drehtagen habe jeder „ein Glänzen in den Augen. Die Chemie und die Geschichte scheinen aufzugehen, um ein neues, nicht weniger beliebtes Paar zu erschaffen“, sagt sie. Den „Tatort“ neu aufzustellen, sei „das letzte große Abenteuer im Fernsehen“, sagt Fernsehfilmchefin Katharina Schrenk, „weil das weit über unsere Grenzen hinaus strahlt.“ Man wollte abkommen von typischen Paarungen und habe sich gefragt: „Was passiert, wenn die beiden familiär verbunden sind? Da entstehen neue Dynamiken.“

Die Halbgeschwister Charlotte Hahn und Alex Maleky werden von Miriam Fussenegger und Laurence Rupp verkörpert. In der Drehpause nehmen sie die Sonnenstrahlen im Hof dankbar auf, richten ihre Köpfe für einen Moment danach aus. Dann geht es eine Etage tiefer in einen schattigeren Hof, wo sie den Journalisten Auskunft geben.

Urwienerisch

Ihr erster Einsatz im Fall „Krähen im Hof“ führt in eine urwienerische Umgebung, einen Gemeindebau, wo der Fenstersturz eines Bewohners aufzuklären ist. Einige geraten unter Verdacht, denn gute Nachbarschaft steht bei manchen nicht gerade zu den Prioritäten. Das sei beim Dreh komplett anders, sagt Produzent Markus Pauser von der e&a Film. „Ich kenne die Situation noch als Aufnahmeleiter beim Kaisermühlenblues, wo von 100 Parteien schon zwei dabei waren, die absichtlich gestört haben. Das ist hier anders, weil wir von allen extrem positiv aufgenommen worden sind.“

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Auch Miriam Fussenegger schätzt sehr, „dass es hier menschelt. Die Leute gehen ein und aus, während wir drehen. Ich mag solche Begegnungen. Am besten find’ ich, dass es ihnen so wurscht ist“, sagt sie mit einem Lachen. Man spüre die Vielfalt, manchmal würden auch Klischees bestätigt. „Wir hatten einen Mann, der heruntergegrölt hat, mit Blessuren und Schnapsflasche. Aber auch Fans, die sagten: ,Nur für dich schau’ ich aus dem Fenster.‘ Insgesamt finde ich es total liebenswert.“

Bisher kannte die 35-Jährige den „wunderschönen Gemeindebau nur vom Vorbeifahren, aber wenn man im Hof auf diese Terrasse mit dem Julius-Meinl-Schirm schaut, ist das auch ein Blick auf eine vergangene Ära.“

Heuer endet auch die Ära des „Tatort“-Duos Eisner und Fellner. „In meiner Vorstellung waren das Adele und Harald bis zum bitteren Ende. Ich fand überraschend, dass es überhaupt möglich ist, dass die aufhören“, meint sie lachend. Sie selbst konsumiere Krimis aber eher über Streaminganbieter, gibt sie zu.

Dreherfahrung mit Krimis hat die frühere Salzburger Buhlschaft bereits. In drei Folgen des oberösterreichischen Landkrimis verkörperte sie eine junge Polizistin in ihrer Heimat, dem Mühlviertel. Nun beerbt sie Neuhauser im Wiener „Tatort“. Sie freue sich, Teil davon zu sein, „aber ich hatte es überhaupt nicht auf dem Schirm.“

Impulsiv

Da ruft plötzlich Kollege Rupp laut von einem anderen Gespräch herüber: „Was heißt, dass ich mich nicht unterordnen kann?! Ich hab’ überhaupt nix …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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