Ski-Hersteller Atomic: Wie das neue Büro die Abwärme von Skiern nutzt

Wirtschaft

Österreichische Sportgrößen wie Hermann Maier oder Marco Schwarz verbindet man mit der Marke Atomic. Der Schihersteller mit Sitz in Altenmarkt steht wiederum für seine Verbindung zur Natur. Dementsprechend sollte auch der Büroneubau gestaltet werden. „Es sollte ein Gebäude entstehen, das Nachhaltigkeit nicht nur technisch erfüllt, sondern auch architektonisch sichtbar macht“, erläutert Robert Blaschke von raumbau architekten.

Flexibler Holzbau 

Der Neubau mit rund 1.600 Quadratmetern Nutzfläche wurde daher als massiver Holzbau konzipiert. Verwendet wurde dafür Fichte und Weißtanne aus Österreich. Ein zentraler Schritt war die Entwicklung eines wirtschaftlich optimierten Gebäuderasters. Dieser ermöglicht unterschiedliche Büroformen – vom Einzelbüro über Zwei- bis Vier-Personen-Büros bis hin zu offenen Bürobereichen – und schafft zugleich eine einfache, klare Tragstruktur.

Auch künftige Veränderungen der Büronutzung können dadurch ohne grundlegende Eingriffe in Fassade, Belichtung oder Belüftung umgesetzt werden. „Das Gebäude soll sich neuen Anforderungen anpassen können und eine möglichst lange Lebensdauer haben“, erklärt Blaschke.

Aus diesem Raster entwickelten sich die prägenden vertikalen Holzscheiben der Fassade. Sie stehen im rechten Winkel zur Fassadenebene und übernehmen mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie machen die konstruktive Logik des Holzbaus ablesbar, strukturieren den Baukörper und wirken als wirksamer Sonnen- und Blendschutz.

Im Außenbereich wurde die Holzfassade mittels Lasur vorvergraut. Dadurch wird eine gleichmäßige Alterung der Oberfläche unterstützt und der laufende Pflegeaufwand reduziert. Ebenso wesentlich für den zweigeschoßigen Neubau war ein Haustechnikkonzept, das vorhandene Ressourcen des Produktionsstandorts intelligent nutzt. 

Die Abwärme der Skipressen wurde bislang über ein Kühlbecken und Brunnenwasser abgeführt. Im neuen System wird dieses Kühlbecken zur Wärmequelle für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe. Im Sommer wird das Brunnenwasser für die Gebäudekühlung genutzt. „Trotz modernster Mess-, Steuer- und Regelungstechnik dürfen Fenster geöffnet werden“, versichert Robert Blaschke. Die Photovoltaikanlage am Dach des Neubaus liefert zudem Eigenstrom.

  Manfred Traunmüller: Österreichs einziger Donau-Schiffer

Maßgefertigte Möbel 

Die Architekten verantworten auch die Innenarchitektur des Gebäudes, das heute rund 86 Mitarbeitern eine moderne und flexible Arbeitsumgebung bietet. Holz liegt dem gelernten Tischler besonders am Herzen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch im Inneren der konstruktive Holzbau erlebbar ist.

Die Holzoberflächen wurden weiß lasiert, um eine helle, freundliche und einladende Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Lounges und Barbereiche bilden zentrale Kommunikationspunkte. Viele Möbel wurden von einer Salzburger Tischlerei maßgefertigt, wie etwa der sechs Meter lange Esstisch. 

Wie ist ein nachhaltiger Holzbau heute leistbar? 

„Wenn man zuerst rechnet und dann zeichnet, ist nachhaltige Architektur langfristig die wirtschaftlich bessere Lösung“, sagt Blaschke. Nachhaltigkeit in Errichtung und Erhaltung wird also leistbar, wenn sie nicht nachträglich ergänzt, sondern von Beginn an als integraler Bestandteil des Entwurfs gedacht wird.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.