Adi Niederkorn hatte seinen letzten Arbeitstag im ORF-Radio

Kultur

Er war mehr als 40 Jahre lang die bekannteste Stimme im ORF-Radio, was den Sport betrifft, vor allem auf seinem Heimatsender Ö3. Weit über 1.000 Fußballspiele und Skirennen kommentierte der Mann mit dem charakteristischen rollenden „R“. Nun verabschiedet sich Adi Niederkorn, der dieses Jahr 62 wird, in die Pension.

Sein letzter Arbeitstag war der Pfingstmontag, an dem er das Europacup-Play-off-Spiel Rapid gegen Ried kommentierte. Dienstag früh lief noch ein Beitrag Niederkorns im Ö1-Morgenjournal, in dem er die Lage bei Rapid – trotz gewonnenen Play-offs – gewohnt pointiert einschätzte: „Zu befürchten ist, dass gerade die Besten wie Bolla, Seidl oder Wurmbrand ins Ausland wechseln werden. Die Fehlkäufe wird man so schnell nicht wieder los.“

Sportschmankerln mit Adi und Edi

Der 1964 in Wien geborene Niederkorn studierte Jus und Publizistik. Schon 1985 zog es ihn in die Ö3-Sportredaktion, wo er seit 1995 auch Sportchef ist. Ab 1999 bildete er auch mit Edi Finger Junior (†2021) das kongeniale Duo „Adi & Edi“. Seit 1991 ist er verheiratet, hat zwei Kinder. 2018 wurde Niederkorn zum „Sportjournalist des Jahres“ gewählt. 

Im ORF-Fernsehen kommentierte er Formate wie „Domino Day“ und „Das Match“. Freier Journalist war er bei der Austria Presse Agentur, der Presse (1988-89) und in der Ganzen Woche (1990-1995), sowie bei der Deutschen Presse Agentur und dem Bayerischen Rundfunk.

Adi Niederkorns Popularität war bereits in den 1990er-Jahren so weit fortgeschritten, dass die fiktive Figur eines Sportreporters in der Satiresendung „Die kranken Schwestern“ Adi Kornhäusl (gespielt von Reinhard Nowak) benannt wurde.

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Fußball-WM in Übersee wollte er vermeiden

In der ORF-Sendung „Hinter den Schlagzeilen“ wurde Adi Niederkorn kürzlich gefragt, warum er so kurz vor der Fußball-WM in Kanada, USA und Mexiko mit österreichischer Beteiligung in Pension gehe. Dies sei „volle Absicht gewesen, damit ich die WM nicht mehr machen muss“, sagt Niederkorn. Er sei bereits 1994 bei der WM in den USA vor Ort gewesen, was er damals als 30-Jähriger bereits als „extrem anstrengend“ empfunden habe. Die vielen geografischen Wechsel, auch in verschiedenen Zeitzonen, die vielen Security-Checks – das traue er seinem Körper nicht mehr so zu. „Das wollte ich mir unbedingt ersparen und den Sommer genießen“, sagt Niederkorn. Dafür kann man der Sportreporterlegende nur alles Gute wünschen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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