127.000 Jobs weniger in deutscher Industrie

Wirtschaft

Die deutsche Industrie hat im ersten Quartal erstmals seit 2023 den Umsatz gesteigert, baut aber weiter im großen Stil Jobs ab. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert. Demnach sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie zum Ende des ersten Quartals auf 5,3 Millionen Menschen – ein Rückgang von 2,3 Prozent oder 127.300 zum Vorjahreszeitraum.

Am meisten Arbeitsplätze gingen unterm Strich in der Autoindustrie verloren (rund 32.000), gefolgt vom Maschinenbau (22.000) und der Metallerzeugung und -bearbeitung (8.800). Der Industrie machen laut Studie vor allem hohe Energie- und Arbeitskosten, Konkurrenz aus China und US-Zölle zu schaffen.

Zugleich gibt es aber auch einen Hoffnungsschimmer. Laut Studie stieg der Umsatz in der Industrie im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf gut 531 Mrd. Euro – das erste Plus binnen Jahresfrist nach zehn Quartalen mit Rückgängen. Zuletzt war die Industrie im zweiten Quartal 2023 gewachsen.

Hauptgrund für den Anstieg sei ein Umsatzplus von 18 Prozent in der Metallbranche, dort wuchsen die Exporte um 28 Prozent. Ein leichtes Plus schafften im ersten Quartal auch die Autobranche (2,1 Prozent) und die Elektroindustrie (1,4 Prozent).

Strohfeuer?

„Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich beim Wachstum einiger weniger Branchen nur um ein Strohfeuer handelt oder um eine Trendwende“, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY Deutschland. Rückenwind für die deutsche Industrie kam im ersten Quartal sowohl aus dem Inland als auch von den Exporten.

Allerdings dämpft der Iran-Krieg die Aussichten. Brorhilker erwartet weitere Jobverluste in der Industrie, denn in vielen Branchen bestünden erhebliche Überkapazitäten. Sorgen um Fachkräftemangel träten zunehmend in den Hintergrund. Maßnahmen wie der Industriestrompreis oder die Senkung der Körperschaftssteuer würden erst zeitverzögert wirken. Bei vielen Unternehmen stünden nicht mehr nur Sparprogramme, sondern auch die Schließung ganzer Werke zur Diskussion, sagte Brorhilker. „Eine solche Situation hat es in der deutschen Industrie sehr lange nicht gegeben.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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