RWA-Vorstandsvorsitzender: „Konnten uns aus der Baywa befreien“

Wirtschaft

2025 war ein turbulentes Jahr für die Lagerhaus-Dachorganisation RWA (Raiffeisen Ware Austria). Neben volatilen Agrarmärkten und schwankenden Preisen hielt auch der Rückkauf der Unternehmensanteile von der deutschen Baywa den RWA-Vorstand auf Trapp, wie Vorstandsvorsitzender Johannes Schuster berichtet.

Er zeigt sich stolz: „Es ist uns gelungen, die RWA wieder zu 100 Prozent in österreichische und damit in genossenschaftliche und bäuerliche Hand zu bringen.“ Der Rückkauf sei mit großem Aufwand verbunden gewesen, habe sich aber ausgezahlt. Man könne nun unabhängig von Interessen aus dem Ausland agieren. Die Baywa – an der die RWA weiterhin beteiligt ist – war 2024 knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Der Agrarkonzern aus Bayern hielt zu diesem Zeitpunkt rund 50 Prozent der RWA AG, die im Mai 2025 von der RWA Genossenschaft um rund 176 Millionen Euro gekauft wurden.

Von Altlasten aus Deutschland habe man sich getrennt

„Wir sind froh und dankbar an alle, die uns geholfen haben, uns aus der Baywa zu befreien.“ Konkret waren die Raiffeisen Holding NÖ-Wien und die Raiffeisen Bank International (RBI) am Rückkauf finanziell beteiligt. Den aufgenommenen Akquisitionskredit habe die RWA bereits vollständig getilgt. Hierfür wurden im Februar 2026 etwa zwei Immobilien in der Wiener Innenstadt veräußert. Auch von Unternehmenswerten, die im Kontext zu Deutschland stehen, habe man sich getrennt. „Aus dem Abenteuer Baywa kann jetzt nichts mehr durchschlagen auf die österreichischen Lagerhausgenossenschaften“, sagt Schuster.

Beim Umsatz verzeichnete die RWA-Gruppe 2025 einen Rückgang. Dieser war mit 3,3 Milliarden Euro um sechs Prozent geringer als 2024. Ausschlaggebend waren dabei vor allem das Segment Energie, das sich 2025 nur verhalten entwickelt habe. Auch im Bereich Landtechnik kann die RWA ihre hohen Lagerbestände nur langsam abbauen.

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RWA-Vorstandsdirektor Christoph Metzker berichtet von langfristig rückläufigen Zulassungszahlen. Während es im Jahr 1972 noch 12.500 Traktorzulassungen gab, waren es im Vorjahr nur rund 3.000, bei Mähdreschern seien es in den 1970er-Jahren rund 1.000, im Vorjahr 85 gewesen. Der Grund dafür sei die sinkende Zahl der Betriebe.

Die wirtschaftlich besonders wichtige Agrar-Sparte des Unternehmens blieb mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro stabil zum Vorjahr. Schuster verwies auf „extrem hohe Volatilität“ der Agrarmärkte, fallende Preise seit Dezember 2024 infolge weltweiter starker Ernten sowie zugleich gestiegene Energie- und Betriebsmittelpreise. 2026 seien vor allem die Trockenheit und geopolitische Spannungen wie der Irankrieg belastende Faktoren.

Teurer Dünger wegen des Irankriegs ist in Österreich kaum Thema 

Das Saatgutgeschäft war 2025 stabil. Beim Pflanzenschutz bewege man sich seitwärts, der Wirkstoffeinsatz sei in Österreich seit Jahren rückläufig. Im Düngergeschäft haben sich viele Lagerhäuser und Landwirte wegen erwarteter Verteuerungen bereits im Herbst 2025 eingedeckt. Dass der Irankrieg nun insbesondere bei Stickstoff zu Preisaufschlägen führt, sei deswegen kaum ein Thema. „Aktuell ist die Lage entspannt. Wir sehen keine Versorgungsrisiken“, sagt Metzger.

Insgesamt lag das Ergebnis vor Steuern bei 1,6 Millionen Euro. Die Zahl der RWA-Mitarbeiter blieb im vergangenen Jahr mit rund 3.000 stabil, genauso wie die Anzahl der heimischen Lagerhaus-Standorte mit rund 1.000. Diese werden von rund 70 wirtschaftlich eigenständigen Genossenschaften – zum Teil als Franchise-Standorte – mit insgesamt 12.000 Beschäftigten geführt. Diese Lagerhaus-Genossenschaften sind wiederum die Eigentümer der RWA AG.

Bis Ende 2027 befinde sich der Konzern in einem …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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