Wo in Österreich jetzt radikal Jobs gekürzt werden und wie es weitergeht

Wirtschaft

Motorradhersteller KTM baut weitere 500 Stellen ab – nachdem binnen eines Jahres bereits 1.721 Jobs gekürzt worden sind. Die Wirtschaftskammer Österreich trennt sich bis 2027 von einem Viertel ihrer Mitarbeiter. Auch der öffentliche Sektor will bis Ende 2029 sechs Prozent des Verwaltungspersonals einsparen – das entspricht rund 2.600 Vollzeitäquivalenten. Der Automobilzulieferer Eitek ist pleite – 319 Jobs sind betroffen. Nemak, ebenfalls im Automobilsektor, plant eine Werksschließung in Niederösterreich. 330 Jobs stehen auf der Kippe. Und die Sporthandelskette Hervis schließt ein Fünftel der Filialen in Österreich und spart hundert Mitarbeiter ein. Diese Meldungen stammen alle aus dem Jahr 2026 und setzen einen Personalsparkurs fort, der seit einiger Zeit durch Österreich fegt.

Allein 2025 sollen österreichische Unternehmen angekündigt haben, insgesamt 8.314 Mitarbeiter zu kürzen – das erfasst das gewerkschaftsnahe Momentum Institut in einer neuen Auswertung für den KURIER. Ein besorgniserregender Wert, wie die stv. Chefökonomin des Instituts Barbara Schuster analysiert: „Die Hiobsbotschaften zu Stellenabbau und Personaleinsparungen in den Medien rissen in den vergangenen Jahren nicht ab. 2023 waren es noch 5.000 betroffene Personen, zwei Jahre später knapp 6.900.“ Das wäre „aber natürlich nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt sie. Denn die meisten Stellenkürzungen, etwa bei kleinen Unternehmen, würden es gar nicht über die Wahrnehmungsschwelle der Medien schaffen.

Wie es 2026 weitergeht

Auch heuer würden, wie eingangs dargestellt, monatlich Meldungen zu Insolvenzen und Stellenkürzungen eintrudeln. „Allerdings hat sich die Lage etwas verbessert“, sagt Schuster. „Medial aufgeschlagen sind es 2.000 Stellen, die wir erfasst haben. In vielen Industriebranchen ging es zuletzt leicht bergauf.“ Auch die offizielle Insolvenzstatistik würde einen leichten Rückgang im ersten Viertel des heurigen Jahres verzeichnen – die Statistik Austria schildert 2,5 Prozent weniger Pleiten im Vergleich zum Vorjahr aus.

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Dennoch bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Die nationale Arbeitslosenquote lag im Mai bei 7,1 Prozent – mehr als 300.000 Personen waren arbeitslos gemeldet. „Vor allem für Ältere ist die Lage düster“, sagt Schuster. „Vier von zehn arbeitslosen Menschen über 50 Jahre sind schon über ein Jahr arbeitslos. Sie brauchen einen richtigen Stellen-Boom, damit Unternehmen sie einstellen.“ Nach der Corona-Pandemie gab es einen solchen zuletzt. Doch bis zum nächsten Aufschwung dürfte es noch dauern.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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