
Der Auftakt ist gelungen, die drei Punkte wurden erobert – für mich das Wichtigste. Denn solche Auftaktspiele sind, wie ich immer wieder betont habe, für die meisten Nationen schwierig, richtige Kaugummi-Partien. Sie gestalten sich zäh. Das war auch bei unserem Spiel gegen Jordanien lange Zeit so. Ich habe große Hoffnungen, dass wir uns in den nächsten Partien steigern werden, weil wir dann auch mehr Rhythmus bekommen.
Gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner wie Argentinien kannst du gefühlt nur gewinnen und überraschen. Es wird auf ganz andere Faktoren ankommen im Vergleich zum Jordanien-Spiel.
Ich habe beispielsweise Konrad Laimer auf der Zehnerposition als nicht ideal eingesetzt gesehen. Er hat nach dem Spiel indirekt bestätigt, dass es nicht unbedingt seine Lieblingsposition ist. Gegen Argentinien könnte ich es mir aber wieder eher vorstellen, weil es auch darum geht, den Gegner früh anzupressen und gegen den Ball zu arbeiten – eine Kernkompetenz von Laimer.
Mental ist mit dem ersten Sieg viel Druck von der Mannschaft abgefallen, weil man weiß, dass man mit eineinhalb Beinen im Sechzehntelfinale steht. Im Sport ist es oft so: wenn du nicht die große Erwartungshaltung hast ein Spiel gewinnen zu müssen, dann wird es eine Spur leichter.
Gegen Argentinien wäre ein Punkt schon ein Erfolg, daher rückt die Vorfreude in den Vordergrund. Zudem liegt uns das Spiel gegen den Ball mehr, darauf wird es gegen Lionel Messi und Kollegen auch vermehrt ankommen.
Theorie & Praxis
Häufig wurde ich zuletzt gefragt, ob Österreich gegen Argentinien gewinnen kann. Wenn ich das erste Spiel der Argentinier gegen Algerien betrachte, dann wird das schon sehr schwierig. Es kommt verdammt viel Qualität auf uns zu. Auf dem Papier schaut vieles vielleicht leicht und logisch aus, das Umsetzen auf dem Platz ist aber das Schwierige. Solche Weltklassespieler, wie Argentinien sie auch neben Messi hat, machen in vielen Momenten das Unerwartbare.
Österreich muss vor allem im zentralen Mittelfeld kompakt bleiben, die Räume eng machen. Allerdings kann man gegen so einen Gegner nie alles über 90 oder 100 Minuten weg verteidigen. Dennoch tippe ich auf ein 1:1.
Der 70-fache Teamspieler Marc Janko ist als Fußball-Experte für ServusTV bei der WM im Einsatz. Er kommentiert während der WM für den KURIER vor allem das Geschehen rund um das ÖFB-Team.
Source:: Kurier.at – Sport



