
Am Ende reichte es in Dallas nicht zur Sensation. Österreichs Team hielt gegen den Weltmeister dagegen, spielte vor allem nach der Pause stark. Doch wieder einmal machte Lionel Messi mit seinen Toren zum 2:0-Sieg den Unterschied aus. Er hat bisher alle fünf WM-Treffer der Südamerikaner erzielt.
Für Österreich geht es im abschließenden Spiel gegen Algerien in Kansas City um Gruppenplatz zwei oder drei.
Noch nie zuvor in der Ära von Teamchef Ralf Rangnick bestritt Österreich ein derartiges Auswärtsspiel wie in Dallas gegen Argentinien. Vier Stunden vor Spielbeginn pilgerten schon Tausende Fans Richtung Stadion, fast alle in Blau und Weiß gewandet, dazwischen mischten sich ein paar rote Punkte. Die Trikotgestaltung bei den Argentiniern war wenig abwechslungsreich, bis auf je einen Anhänger von Paredes und Maradona trugen alle Messi-Leiberl. Im Stadion herrschte eine sensationelle Stimmung, Österreichs Sängerknaben und -mädchen hielten sich tapfer gegen die argentinische Übermacht.
Rangnick hatte seine Startelf gegenüber jener vom 3:1-Sieg gegen Jordanien an vier Positionen verändert. Gleich blieb, dass Alaba das Team als Kapitän aufs Feld führte. Mit ihm gemeinsam begann Danso in der Innenverteidigung. Laimer startete als linker Außenverteidiger. Neu in die Startelf kamen Wanner als Zehner und Gregoritsch als Mittelstürmer.
Elfer verschossen
Der Hit hätte unterhaltsamer nicht beginnen können. Österreich presste sofort an, Argentinien löste die Situation mit profunder Technik. Nach vier Minuten brannte der Hut, als nach einer Spielverlagerung Lautaro Martinez von Xaver Schlager und Posch (er foulte) gestoppt wurde. Der VAR schaltete sich ein, Schiedsrichter Omar entschied auf Elfmeter. Dann geschah Ungewohntes: Messi schoss den Strafstoß neben das Tor. Der 33. verschossener Elfer seiner Karriere (116 verwandelt).
Danach fand Österreich zumindest besser ins Geschehen, hielt länger den Ball, kam besser in die Zweikämpfe, wirkte wacher. Und dennoch tauchte wieder Messi vor Goalie Schlager auf, beim Rettungsversuch produzierte Alaba fast ein Eigentor (19.). Die schnellen Aktionen in die Tiefe schmerzten die Österreicher zunehmend.
Señor Messi hatte stets seine Beine im Spiel. Bei einem weiteren Schuss konnte Alaba für Schlager noch retten (32.), sechs Minuten später klingelte es. Flotte Aktion über links, Pass in die Mitte, Messi, Tor und 1:0 für Argentinien. Österreich war dabei nur Passagier, Messi überflügelte mit seinem 17. WM-Tor Rekordhalter Klose.
Allerdings war dem Treffer ein Foul an Schlager vorausgegangen. Die Rangnick-Elf hatte über Phasen keinen Zugriff auf den Gegner – und im ersten Durchgang nur einen Schuss von Sabitzer in der Offensive anzubieten.
Dafür aber gleich nach der Pause, allerdings ließ Seiwald ein Zuspiel für Sabitzer durch anstatt selbst zu schießen.
Bei einem Freistoß von Sabitzer wenig später musste sich Goalie Martinez kräftig strecken. Popstar Shakira sah Österreichs beste Phase, die von der Trinkpause unterbrochen wurde. Rangnick brachte Arnautovic, Prass und Friedl, Österreich richtete sich offensiver aus.
Noch durfte man hoffen, auch weil Argentinien aus dem Spiel keine Chancen vorfand und Messi kaum Akzente setzte. Doch es gelang letztlich nicht, die argentinische Abwehr zu knacken. Und dann kam in der 95. Minute – Messi. 2:0 aus einem Konter, die argentinischen Fans huldigten ihrem Idol.
Source:: Kurier.at – Sport



