Thriller-Serie „Wild Cherry“: Die britische Antwort auf „Big Little Lies“

Kultur

Wenn man gerade im Frühstücksfernsehen einen neuen Erziehungsratgeber präsentiert hat, will man im nächsten Moment nicht unbedingt in die Schule der eigenen Kinder zitiert werden. Und dort erfahren, dass die Tochter vielleicht doch so einige Geheimnisse hat.

„Wild Cherry“ (seit dieser Woche zu sehen bei Paramount+) erzählt von einer Gruppe von Reichen und Schönen, deren scheinbar perfekte Welt erschüttert wird. Die sechsteilige Thriller-Serie ist so etwas wie die britische Antwort auf „Big Little Lies“, mit einer Prise „The White Lotus“ (man achte auf die Hintergrundmusik) und – im Kommentar zu Schönheitsdruck und Selbstdarstellung der Gen Z – ein wenig „Euphoria“.

Im Zentrum stehen vier Frauen aus dem Örtchen Richford Lake, die sich – wie bei den prominenten Serienvorbildern Usus – zunächst mit den Folgen eines mutmaßlichen Verbrechens konfrontiert sehen: Im Einstieg ist das Quartett mit blutigen Händen in einem Badezimmer versammelt, dann kommt der Zeitsprung ins „Davor“.

Da ist die unglückliche Momfluencerin und Erbin Juliet („House of the Dragon“-Star Eve Best) mit dem eingangs erwähnten Erziehungsratgeber beschäftigt. Ihre beste Freundin Lorna (Carmen Ejogo), die sich im Gegensatz zu Juliet ihren Wohlstand selbst erarbeitet hat, muss sich indes mit lästigen Geistern aus der Vergangenheit herumquälen.

Die beiden Frauen treffen sich unerwartet im Büro des Schuldirektors – denn ihre Töchter Allegra (Amelia May) und Grace (Imogen Faires) sollen high und in Unterwäsche auf einem Video zu sehen sein. Zunächst wollen die Mütter keine große Sache daraus machen. Aber das Video ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs.

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Betrug und Lügen

„Wild Cherry“ (Showrunnerin Nicôle Lecky ist in der Rolle der Außenseiterin Gigi zu sehen) beleuchtet in der Folge die Beziehungsprobleme der beiden Frauen, Alkoholsucht, Betrug und Lügen. Aber auch die Lebensrealität der jugendlichen Töchter: Die verdienen Geld mit einer als „Katalog“ bezeichneten App, in der sich junge Frauen anhand ihres Aussehens bewerten lassen.

Die Serie verhandelt unterschiedliche Mutter-Tochter-Beziehungen, Privilegien, Klassenunterschiede und Rassismus. Dabei hebt sie sich nicht wesentlich von „Big Little Lies“ & Co. ab, und Phrasen aus dem Voice-over wie „In Richford Lake hat jeder etwas zu verbergen“ hätte man sich schenken können. Das Ergebnis ist aber doch ein flotter und gut unterhaltender Hochglanz-Thriller. Eine Besichtigung unleistbarer Luxus-Immobilien gibt’s obendrauf. Nina Oberbucher

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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