
„Als Insolvenzursachen nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. Der Neubau des Produktionsstandorts in Palting habe die Liquidität stark belastet – verschärft durch coronabedingte Baukostensteigerungen. Zudem musste aufgrund behördlicher Auflagen eine neue Pulverbeschichtungsanlage angeschafft werden“, heißt es im Insolvenzantrag. „Nach dem pandemiebedingten Umsatzboom sei es in den Bereichen Kamin, Garten und Beschläge zu einem deutlichen Einbruch gekommen. In Deutschland ging der Absatz von Kaminzubehör zurück, weil Förderungen für Biomasse-Heizungen und Kaminöfen geändert oder gestrichen wurden.“
Und weiters heißt es: „Zusätzlich verschärfte ein wichtiger Lieferant die Zahlungsbedingungen drastisch: Statt längerer Zahlungsziele wurde nahezu Sofortzahlung verlangt. Die Lieferverbindlichkeiten stiegen dadurch deutlich an. Schließlich scheiterte die geplante Umstrukturierung der Bankverbindlichkeiten – die erforderliche Erhöhung der Kreditlinien wurde nicht umgesetzt.“
Über die M. Lienbacher GmbH mit Sitz in Palting wurde am Landesgericht Ried im Innkreis ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigen Creditreform und der AKV dem KURIER. 87 Mitarbeiter, davon 71 in Österreich und 16 in Deutschland, sind betroffen.
Das Unternehmen produziert und vertreibt Beschläge, Kaminzubehör, Zulieferartikel sowie Garten-Accessoires und beliefert vor allem Bau- und Fachhändler sowie Baumärkte. Außerdem betreibt die Firma einen Online-Shop. In Palting befinden sich die Bereiche Handel, Verwaltung, Lager und Produktion. Ein weiterer Standort in Leipzig ist für die Montage von Glastüren und Teile des Online-Handels zuständig.
Schulden und Vermögen
Laut AKV sind rund 250 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Die Passiva werden mit etwa 13,98 Millionen Euro beziffert. Den größten Anteil machen Bankverbindlichkeiten mit 11,2 Millionen Euro aus. Dazu kommen 680.000 Euro Lieferantenverbindlichkeiten, 830.000 Euro Gesellschafterverbindlichkeiten und 1,27 Millionen Euro sonstige Verbindlichkeiten einschließlich Löhne.
Die Aktiva (Buchwerte) werden mit rund 21,45 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 8,15 Millionen Euro Anlagevermögen und 13,3 Millionen Euro Umlaufvermögen. Letzteres besteht hauptsächlich aus Vorräten (10,8 Millionen Euro) und Forderungen (2,2 Millionen Euro). Allerdings seien bei Vorräten und Forderungen deutliche Abwertungen zu erwarten, heißt es.
Die Zukunft
Das Unternehmen plant die Fortführung des Betriebs. Finanziert werden soll diese aus der Einbringung offener Kundenforderungen, laufenden Umsätzen und einer teilweisen Lagerverwertung. Den Gläubigern wurde ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



