
Der US-Chipkonzern Nvidia bleibt weiterhin in aller Munde. Er steht stellvertretend für den Boom bei Künstlicher Intelligenz und den damit verbundenen Kursanstiegen. Alleine in den vergangenen 12 Monaten hat der Kurs um 54 Prozent zulegen können. Viele Anleger haben die Chance aber verpasst, die Aktie ist inzwischen auch schon relativ teuer. Daher stellt sich die Frage nach Alternativen, bei denen der Hype möglicherweise erst am Beginn steht. Eine Möglichkeit sind keine klassischen KI-Plattformen oder Speicherchips, sondern jene Konzerne, die Infrastruktur für den Datentransfer in moderne Rechenzentren bereitstellen.
Astera Labs Das 2017 gegründete US-Unternehmen Astera Labs baut Hard- und Software zur schnellen Vernetzung leistungsintensiver Rechenzentrumsarchitekturen. Die Gründer wurden als World Entrepreneur Of The Year 2026 ausgezeichnet. Das an der Nasdaq gelistete Unternehmen steigerte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum den Umsatz um 93 Prozent auf 308,4 Mio. Dollar. Das Unternehmen profitiert von steigender Nachfrage nach Lösungen für KI-Cluster. Die Aktie steigt bereits stark, dennoch erwartet das Management weiteres Wachstum durch Produkte für Nvidia. Der Kurs hat sich heuer bereits verdoppelt, wodurch das Papier schon extrem teuer geworden ist. Der Kurs liegt infolge des steilen Anstiegs bereits 30 Prozent über den durchschnittlichen Analystenerwartungen.
Marvell Technology Der US-Halbleiterhersteller hat sich auf Infrastruktur, Speicher und Telekommunikation mit Schwerpunkt KI-Infrastruktur und -Prozessen spezialisiert. Damit adressiert Marvell einen zentralen Engpass großer KI-Systeme: schnelle und energieeffiziente Datenbewegung. Infolge dieser Ausrichtung wurde im Vorjahr das Automotive-Ethernet-Geschäft an Infineon veräußert.
Ende März investierte Nividia zwei Mrd. Dollar in Marvell. Mit den Mitteln soll Marvell an die KI-Fabriken von Nvidia näher herangeführt werden. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Zuletzt sorgte diese Woche eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC für Auftrieb. Das prognostizierte Kursziel von 300 Dollar liegt nicht nur 100 Dollar über dem aktuellen Kurs, sondern bedeutet auch das höchste bisher von Analysten genannte Ziel.
Credo Technology Der US-Spezialist für Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung ebenfalls extrem dynamisch. Der Umsatz stieg im jüngsten Quartal um 200 Prozent auf 407 Mio. Dollar. Der Konzern fokussiert sich auf Silizium-Photonik und Hochgeschwindigkeitsoptikverbindungen für KI-Rechenzentren. Erst im April wurde Mitbewerber DustPhotonics für 750 Mio. Dollar in bar übernommen. Gleichzeitig bleibt das Risiko erhöht. Denn drei Kunden generieren 88 Prozent des Umsatzes. Der Preis ist ebenfalls ziemlich ambitioniert. Immerhin empfehlen 17 von 18 Analysten den Titel zum Kauf oder Übergewichten.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



