Warum es immer noch Plastik-Strohhalme zu kaufen gibt

Wirtschaft

Fünf Jahre nach dem EU-weiten Verbot gibt es Einweg-Plastikartikel wie Strohhalme noch immer zu kaufen. Wer im Internet sucht, stößt auf diverse Webseiten, die Plastik-Trinkhalme und Plastik-Besteck anbieten – teils ohne den Begriff „Einweg“, obwohl es anhand der Fotos eindeutig ist. Erstaunlich ist das deshalb, weil diese Ware in der EU eigentlich nicht mehr verkauft werden darf.

Seit dem 3. Juli 2021 sind Einweg-Besteck, Trinkhalme, Wattestäbchen, Einwegteller und weitere Wegwerfartikel europaweit verboten, wenn sie aus Kunststoff sind. Viele Hersteller stiegen auf Holz, Bambus oder Papier um. Beispielsweise verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinen Trinkbeuteln, bemüht sich aber um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm.

Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sieht ein massives Problem im Online-Handel und fordert, dass der Staat Händler sanktioniert: „Ob Gabeln oder Strohhalme – solche Einweg-Plastikartikel werden im Internet noch immer auf diversen Webseiten zum Kauf angeboten, das ist ein politisches Armutszeugnis“, so Wohlgemuth.

Lagerbestände dürfen abverkauft werden

Das Bundesumweltministerium betont, das „Inverkehrbringen“ solcher Produkte sei eine Ordnungswidrigkeit. Zugleich ist der Abverkauf von Lagerbeständen ohne zeitliche Befristung zulässig – das schaffe „Umgehungstatbestände, die die Kontrollen erschweren“. Wohlgemuth bezweifelt, dass heutige Angebote tatsächlich nur aus Altbeständen von 2021 stammen.

Noch immer massenhaft Wegwerfartikel

Insgesamt bewertet sie das Verbot positiv, fordert aber mehr Schritte Richtung Mehrweg: „Noch immer werden massenhaft Wegwerfartikel genutzt, etwa Besteck aus Bambus – obwohl es doch längst gute Mehrweg-Alternativen gibt.“ Als Hebel nennt sie Förderungen, einheitliche Mehrwegsysteme samt Rückgabe-Strukturen und Abgaben auf Einweg – sowie eine mögliche Änderung der EU-Richtlinie, die den Abverkauf von Lagerbeständen streicht. Eine Evaluierung läuft jedoch bis Juli 2027.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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