Wie aus individueller Klasse ein unschlagbares Team wird

Sport

Vor einer Weltmeisterschaft wird oft darüber gesprochen, welche Nation die größte Qualität besitzt. Frankreich ist dafür das beste Beispiel. Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise – Weltklassespieler wohin man blickt. Gleichzeitig sitzen etwa mit Rayan Cherki oder Marcus Thuram weitere Stars großteils nur auf der Bank.

Michael Olise stellt sich in den Dienst des Teams

Qualität ist wichtig, aber mindestens genauso wichtig ist, dass man als Team funktioniert. An dieser Stelle ist das Trainerteam gefragt. Denn eine WM gewinnt man nicht mit den besten Einzelspielern, sondern mit Spielern, die bereit sind, ihre Rolle für das große Ganze anzunehmen.

Michael Olise ist dafür ein gutes Beispiel. Er übernahm während des Turniers eine neue Position auf der 10, die nicht unbedingt seiner Lieblingsposition entspricht. Trotzdem hatte man nie den Eindruck, dass er mit sich oder seiner Rolle beschäftigt war. Er stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Genau das braucht es auf diesem Niveau.

Didier Deschamps hat eine klare Philosophie

Der Trainer muss von Anfang an klar kommunizieren. Wer weiß, warum er wo oder wie oft spielt, kann dies leichter akzeptieren. Didier Deschamps hat eine klare Philosophie, durchaus von Pragmatismus geprägt. Aber jeder weiß, woran er ist.

Dazu kommen die Führungsspieler. Der Kapitän ist der verlängerte Arm des Trainers. Aber wenn ein Konstrukt nicht funktioniert, kann der Kapitän das nicht richten. Ich denke da an Joshua Kimmich im deutschen Team.

Vertrauen in den Trainer ist der Schlüssel

Teambuilding beginnt lange vor dem ersten Spiel. Es beginnt spätestens bei der Kaderzusammenstellung. Thomas Tuchel etwa hat bei England prominente Namen zu Hause gelassen. Die Entscheidung war weniger gegen diese Spieler gerichtet als für ein Mannschaftsgefüge, das funktionieren soll.

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Natürlich hilft Erfolg. Gewonnene Spiele stärken das Vertrauen in den Trainer und seine Entscheidungen. Aber schon vorher sollten die Spieler spüren, dass jeder seine Aufgabe hat – egal, ob er das entscheidende Tor schießt oder das Training mit Intensität prägt.

Die verbliebenen Halbfinalisten bestehen nicht nur aus Stars, sondern aus Spielern, die das verstanden haben. Gewinnen können sie ohnehin nur gemeinsam.

Die ehemalige ÖFB-Kapitänin und ORF-WM-Expertin Viktoria Schnaderbeck kommentiert an dieser Stelle während der Weltmeisterschaft das Geschehen auf und neben dem Platz.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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