„Gerüchte, Gerüchte“ in Berndorf: Sechs Türen und viele, viele Pointen

Kultur

Sechs Türen, eine Treppe, ein ansehnlich eingerichtetes Designer-Haus lassen auf einer Bühne, noch bevor das erste Wort gesprochen wird, meist auf eine Komödie schließen.

Auf dieser idealen Grundausstattung (Bühne: Martin Gesslbauer) zeigt die Schauspielerin Kristina Sprenger bei den Sommerspielen im Stadttheater Berndorf „Gerüchte, Gerüchte“ von Neil Simon und spielt selbst mit. 

Seit 2014 Jahren ist sie Intendantin dieses Festivals im Süden von Wien, seit 2021 Obfrau des Theaterfests Niederösterreich. Die Regie übergab sie Alexander Jagsch, einem Kollegen, der sich zuvor bei Neil Simon auch als Schauspieler bewährt hat.

Anders als die leichtfüßigen Komödien des Schöpfers von „Sunny Boys“ ist „Rumors“, so der Titel im Original, extrem vertrackt. Das Anwaltsehepaar Chris und Ken Gormann sind beim Vize-Bürgermeister Charly zu Gast. Dessen zehnter Hochzeitstag soll gefeiert werden.

Doch der Jubilar und seine Frau sind nicht da. Nach und nach kommen drei weitere Paare an. Ken Gorman gibt vor, als Einziger Bescheid zu wissen. Angeblich hat sich der Vizebürgermeister beim Versuch, sich das Leben zu nehmen, lediglich durchs Ohrläppchen geschossen und sei auf dem Weg der Besserung. Das sollte geheim bleiben, denn ein Suizid wäre ein Skandal. Nicht genug damit, müssen auch noch der Steuerberater Lenny Ganz und dessen Frau mit den Folgen eines Unfalls, den sie am Weg zur Party hatten, fertig werden.

Jeder und jede übertrifft sich beim Erfinden von Geschichten, was man sagen sollte, wenn jemand fragt, was passiert ist. Die Pointen entzünden sich aneinander. Aber irgendwann wird das etwas zu viel, etwas zu lang und droht nur noch vor sich hinzuplätschern, bis am Ende Sebastian Pass das Geschehen an sich reißt und loslegt. Energetisch rast er über die Bühne, um dem Officer (Peter Madlberger) die wahre Geschichte des Vize-Bürgermeisters zu schildern.

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Gespielt wird vom gesamten Ensemble ausgezeichnet. Sprenger formt mit Clemens Matzka überzeugend das überforderte Paar. Robert Kolar agiert mit Hingabe. Linda Hold mischt rührig das Geschehen auf. Martin Bermoser und Ida Golda überzeugen als verfeindete Eheleute. Julia Cencig verkörpert die Trasch-Tante vom Dienst mit Passion und wurde wie alle Beteiligten zurecht heftig beklatscht.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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