Teurer Spaß: Wo Kaffee, Eis und Semmeln zu Luxusgütern werden

Wirtschaft

Für einen verregneten Tag ist der Andrang bei Gelato Carlo groß. Ständig betreten neue Kunden während des KURIER-Besuchs das kleine Geschäftslokal in der Spiegelgasse (Innere Stadt), das auf Social Media als „das teuerste Eislokal Wiens“ beworben wird. 

Eine Kundin freut sich, dass die Schlange heute nicht bis auf den Gehsteig reicht. „Ich bin öfter in der Gegend und wollte schon länger herkommen“, sagt sie. Sie entscheidet sich für eine Kugel japanisches Grüntee-Eis. Der Verkäufer zeigt auf das Preisschild. „Das ist eine Selection-Sorte, die ist teurer“, warnt er. Damit kostet sie 5,90 Euro statt 3,40 Euro. Die Kundin ist einverstanden. Bei der einen Kugel bleibt es dann aber auch. 

Gratis Kostproben sollen Enttäuschungen verhindern

Auch sonst kommen die meisten Kunden mit nur einer Eissorte im Becher aus dem Lokal heraus. Ihre Autorin probiert bei ihrem Besuch zwei Selection-Sorten – japanischer schwarzer Sesam und sizilianisch angehauchtes Eis mit Safran und Orangenschalen – für insgesamt 12,80 Euro. Bevor der Verkäufer das Eis in den Papierbecher füllt, bietet er eine Kostprobe an. „Damit Sie nicht die Katze im Sack kaufen müssen“, sagt er und reicht zwei Holzlöfferln über den Ladentisch. Das Eis ist zweifellos qualitativ höherwertiger als in anderen Eissalons. Ob es deshalb den hohen Preis wert ist, muss wohl jeder selbst entscheiden.

Ähnlich groß wie bei Carlo Gelato ist auch der Andrang bei Joseph Brot zwei Gassen weiter. In der Bio-Bäckerei ist das Brotregal um 16 Uhr gut geleert. Als der KURIER vorbeischaut, lässt sich eine ältere Kundin gerade Semmeln für je 1,38 Euro einpacken. „Und sie sind mir jeden Cent wert“, sagt sie. Ein anderer Kunde kommt mit einem Laib Brot aus der Bio-Bäckerei. Kilopreis seit der Mehrwertsteuersenkung: 9,20 Euro. „Es ist etwas teurer, aber dafür schimmelt es nicht und ich muss nichts wegwerfen“, sagt er dem KURIER.

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10 Euro für trendige Kaffeekreationen mit Stofftier

Etwas weiter südlich auf der Kärntner Straße hat kürzlich der trendige Coffeeshop Hiiich eröffnet. Fast zehn Euro bezahlt man hier für eine Kaffeekreation, dafür schmückt jeden Becher ein kleiner Stoff-Teddybär. 

Der Hype scheint groß zu sein: Vor dem kleinen Laden ist dauerhaft eine Menschentraube, die hauptsächlich aus Mädchen und jungen Frauen besteht, die auf ihren Bärchendrink warten, um diesen dann zu fotografieren und auf Social Media zu teilen. Der hohe Preis scheint die jungen Kundinnen nicht abzuschrecken. Am guten Preis-Leistungs-Verhältnis lässt nur der entnervte Blick mancher Eltern zweifeln, die wohl mehr oder weniger freiwillig mit ihren Töchtern in der Schlange stehen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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