Rüstungsausgaben: 75.000 neue Jobs für Österreich

Wirtschaft

Europa wird in den nächsten zehn Jahren nicht zuletzt aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage die Verteidigungsausgaben deutlich erhöhen müssen. Österreich wird sich dieser Entwicklung nicht entziehen können, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY und der Deka-Bank hervor. Den jährlichen Investitionsbedarf Österreichs beziffert EY mit 7,5 Mrd. Euro. Dies werde zu einer um 17 Mrd. Euro höheren Produktion sowie zu 75.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen führen, so EY.

Die europäischen NATO-Staaten werden die Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren deutlich erhöhen: Neben den direkten Verteidigungsausgaben in Höhe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sollen 1,5 Prozent des BIP in sicherheitsrelevante Investitionen fließen, etwa in die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, in den Bevölkerungsschutz oder auch in die Cyber- und Netzwerksicherheit. Die zusätzlichen Investitionen werden sich auf 320 Mrd. Euro belaufen, aber zu einer um 822 Mrd. Euro höheren Produktion führen und rund 4,4 Millionen Arbeitsplätze schaffen, geht aus der Studie hervor.

„Investitionen in Infrastruktur – von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit – bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagte Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. „Und wir werden in den kommenden Jahren einen massiven Anstieg dieser Infrastrukturinvestitionen sehen – dazu haben sich nicht nur die europäischen NATO-Länder verpflichtet, sondern diese Entwicklungen werden auch für Nicht-NATO-Staaten wie Österreich relevant werden.“

Privates Kapital benötigt

Legt man den Maßstab auf Österreich um, ergibt sich ein jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Jeder investierte Euro sorgt für einen gesamtwirtschaftlichen Impuls von 2,45 Euro. Daher führen die Investitionen zu einer um 17 Mrd. Euro höheren Produktion sowie zu rund 75.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

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Allerdings stellt der hohe Investitionsbedarf viele Staaten angesichts leerer Staatskassen vor eine große Herausforderung, betonte Matthias Danne, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank. „Ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Daher werde man vor allem bei Infrastruktur, die zivil und militärisch genutzt werden kann (Dual-use), auf öffentlich-private Partnerschaftsmodelle setzen müssen, so Danne. Dies betreffe etwa die Bereiche Energie, Netze, Logistik und Kommunikation. Und das sei auch in Österreich zunehmend ein Thema, ergänzte Preiss. „Angesichts des hohen Investitionsbedarfs in Infrastruktur, Energieversorgung, Digitalisierung und Resilienzmaßnahmen wird auch in Österreich verstärkt darüber diskutiert, wie privates Kapital zur Finanzierung öffentlicher Zukunftsprojekte mobilisiert werden kann.“

Da es sich meist um langfristige Infrastrukturprojekte mit hohen Vorlaufzeiten und komplexen Genehmigungsverfahren handle, bedürfe es aber entsprechender Rahmenbedingungen. „Daher braucht es geeignete institutionelle und regulatorische Rahmenbedingungen, also beschleunigte Genehmigungen, koordinierte zivile-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur“, merkte Preiss an.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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