Bob Odenkirk („Better Call Saul“) als Sheriff: Nichts ist normal in „Normal“

Kultur

Alles normal in Normal, einer Kleinstadt in Minnesota. Auf den ersten Blick wirkt der Ort im verschneiten Flachland des Mittleren Westens wie eines jener trüben Provinznester, in dem sich die Füchse gute Nacht sagen. Harmlos und uninteressant, genauso, wie es sich Ulysses, der neue Sheriff in Normal, vorgestellt hat. Ulysses, von Bob Odenkirk mit dem müden Gesicht des desillusionierten Gesetzeshüters gespielt, lebt in Trennung von seiner Frau und möchte den Ball flach halten. Er ist nur übergangsmäßig eingesprungen, nachdem der Sheriff von Normal plötzlich verstorben ist. Nach ein paar Wochen will Ulysses seine ruhige Kugel in einer anderen Kleinstadt schieben.

Wer Bob Odenkirk nicht nur aus der Anwaltsserie „Better Call Saul“ kennt, sondern auch als Auftragskiller aus der „Nobody“-Reihe, weiß, dass ein unbeugsamer Actionheld in ihm steckt. Das ist auch Derek Kolstad bekannt, der die Drehbücher zu den „Nobody“-Filmen schrieb – und übrigens auch das „John Wick“-Universum erfunden hat. Gemeinsam mit Odenkirk verfasste Kolstad das Drehbuch zu „Normal“, das der schwarzhumorige Brite Ben Wheatley („Sightseers“) vergnügt verfilmte. In seiner bewährten Mischung aus brutaler Action und beißender Komödie sorgt er für einen knackigen Genre-Mix aus Witz und Blutrausch.

„Gute Menschen, kleine Probleme“ lautet das Motto des Bürgermeisters von Normal. Tatsächlich hat der deprimierte Ulysses vorerst nicht viel mehr zu tun, als Wutbürger in der Gemischtwarenhandlung zu trennen, die sich über den Preis einer Schraube streiten.

Kopf ab

Dass es allerdings nicht bei einer harmlosen Provinzkomödie bleibt, ahnt man schon zu Beginn. Ben Wheatley startet mit einem ultrabrutalen Intro, in dem ein japanischer Mafiaboss seinen Untergebenen befiehlt, sich ein Glied ihres Fingers abzusäbeln. Als sich einer weigert, fehlt ihm danach der Kopf.

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Zurück in Normal, lernt Ulysses nach und nach seine netten Mitbürger kennen. Ein paar Ungereimtheiten fallen allerdings auch ihm auf. Woher hat Normal das Geld für öffentliche Prunkbauten? Wieso findet sich im Polizeipräsidium ein Waffenlager, das einer Guerilla-Gruppe alle Ehre gemacht hätte? Und warum nimmt die Hebamme auf dem Weg zur Heimgeburt eine Pumpgun mit?

Das Geheimnis lässt Regisseur Wheatley mit Action-Karacho und dem Gusto des britischen Außenseiters explodieren: Denn natürlich ist nichts normal in Normal, Minnesota. Aber das weiß man schon länger, wenn man Richtung Amerika schaut.

INFO:  KAN/USA 2026. 90 Min. Von Ben Wheatley. Mit Bob Odenkirk, Lena Headey.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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