Ex-OMV-Chef Seele ist zurück: „Wollen globale Champions schaffen“

Wirtschaft

Rainer Seele ist jetzt öfter in Wien und trat nach einigen Jahren erstmals wieder öffentlich auf. Der ehemalige OMV-Chef ist mit 66 Jahren auf seinem zweiten Karriere-Gipfel angelangt. Er hat mit der unglaublichen Finanzkraft der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) im Rücken ehrgeizige Pläne, weltweit und für Österreich.

Seele leitet als Vorstand das Chemie- und Kunststoffgeschäft von XRG, dem „internationalen Investmentarm von Adnoc“, erklärte Seele am Dienstag vor Medien in Wien. Das erst vor eineinhalb Jahren gegründete Investment-Vehikel hat bereits ein Portfolio im Wert von mehr als 150 Milliarden US-Dollar (127 Milliarden Euro) aufgebaut.

In der XRG bündelt Adnoc die Anteile an Borouge International, dem deutschen Konzern Covestro sowie die knapp 25 Prozent an der teilstaatlichen OMV. Die OMV und Adnoc haben ihr Chemie- und Kunststoffgeschäft wie berichtet in die neue Borouge International eingebracht. Plus die nordamerikanische Nova Chemicals. Und damit den viertgrößten Polyolefin-Konzern weltweit geschaffen.

Hauptsitz von Borouge International (BI) ist Wien, 2027 soll der Konzern auch an der Wiener Börse gelistet werden.

Größter Investor

Seele legt für XRG ein klares Bekenntnis zu Österreich ab: „XRG ist ein langfristiger Investor. Wir kommen nicht, um zu optimieren und wieder auszusteigen, sondern wir kommen, um lang zu bleiben. Wir reden auch in Österreich von Dekaden“. XRG sei der größte Investor in Österreich, Borouge International solle nach dem Börsegang das wertvollste Unternehmen des Landes werden.

Man gehe jetzt in eine neue Dimension. „Wir können die tolle Technologie ’Made in Austria’ weltweit einsetzen“. Ziel sei die Schaffung von globalen Champions, man strebe technologisch die globale Führungsrolle an.

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XRG schaue in erster Linie die Technologie an und unterstütze den Wachstumskurs. „Ich mag keinen Stillstand. Wir wollen unseren Weltmarktanteil erhöhen und weltweit das profitabelste Unternehmen in der Industrie werden“, skizziert ein ehrgeiziger Seele.

Der Vorteil von Borouge seien einerseits die günstigen Rohstoffe in der Golf-Region und anderseits die europäische Technologie. Es gehe nicht nur um Kostensenken, sondern auch um die Produktion qualitativ höher wertiger Produkte.

Seele betonte aber auch, die „lange Liste an Optimierungen, um die Ertragskraft zu steigern“. Die Synergien bezifferte er mit „auf den ersten Blick 500 Millionen Dollar“, kann aber auch mehr werden.

Optimierungen

Im Reigen der Unternehmen hat Borealis allerdings wie berichtet die mit Abstand schwächste Ertragskraft. Die Frage, ob bei den Optimierungen in Österreich mit Sparprogrammen und Mitarbeiter-Abbau zu rechnen sei, beantwortete Seele nicht. Er betonte, es handle sich jetzt um ein einziges Unternehmen und nicht mehr um Borealis etc.

Seele hielt auch ein Plädoyer für den Standort Europa. Er glaube, anders als viele skeptische Investoren, fest an die Zukunft des Kontinents. „Der Innovationsstandort Europa ist unschlagbar“. Europa sei die „Geburtsstätte für neue Innovationen und ein sicherer Standort“. Man müsse sich bei der Entwicklung neuer Technologien „keine Gedanken machen, dass irgendwer unsere Technologie abstaubt“.

Diese Innovationskraft, historisch verankert in den österreichischen Wurzeln der Borealis, sei der entscheidende Hebel, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten.

Wegen des Iran-Krieges und der Sperre der Straße von Hormus könne nicht die gesamte am Golf produzierte Menge verschifft werden. Derzeit werde auf Halde produziert – „die Wüste ist groß, wir können dort viel lagern“ – und man …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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