Deutsche Eier bei Spar: Empörung bei heimischer Geflügelwirtschaft

Wirtschaft

Der Verkauf bayerischer Eier beim Lebensmittelhändler Spar sorgt aktuell für Empörung in der Geflügelwirtschaft. „Nach der Knappheit um Ostern ist wieder genug österreichische Ware vorhanden, die Listung ausländischer Eier ist für uns daher nicht nachvollziehbar“, kritisierte Michael Wurzer vom Geflügelwirtschaft-Verband gegenüber der APA. Er sprach von einem „Tabubruch“, der die heimische Produktion gefährde. Spar verwies in einer Stellungnahme auf seinen Versorgungsauftrag.

Im aktuellen Fall gehe es zwar nicht um große Mengen, der Konzern kehre damit jedoch von der langjährigen Praxis des Lebensmittelhandels ab, nach Möglichkeit auf österreichische Eier zurückzugreifen. Sollten andere Händler diesem Beispiel folgen, würde das nicht nur Preisdruck auf die Bauern erzeugen, sondern auch österreichische Tierwohl- und Qualitätsstandards wie etwa die gentechnikfreie Erzeugung untergraben, warnte Verbandsgeschäftsführer Wurzer.

In Österreich produzieren derzeit 7,4 Millionen Legehennen jährlich rund 2,3 Milliarden Eier, 40 Prozent davon gehen laut Wurzer an den österreichischen Handel. „Nach Ostern sind die Packstellen wieder voll lieferfähig, es ist also nur die Frage, in welche Absatzkanäle die Ware fließt“, betonte er.

Spar: Weiter keine Vollversorgung mit österreichischen Eiern möglich

Spar selbst widersprach dieser Darstellung auf APA-Anfrage. „Zwischen einer gewissen Beruhigung und einer Vollversorgung ist ein Unterschied“, hieß es in einem Statement. Nach wie vor würden nicht alle Eier-Bestellungen auch tatsächlich geliefert. „Unser Auftrag ist aber, die Bevölkerung ausreichend mit Eiern zu versorgen und solange wir das nicht mit rein heimischer Ware tun können, greifen wir eben auf Eier aus Bayern zurück.“

Außerdem wies das Handelsunternehmen darauf hin, dass die Eier „von einem sehr guten bayerischen Vorzeige-Betrieb“ geliefert und „nicht in ganz Österreich, sondern nur dort, wo es nötig ist“, verkauft würden. Der Ausbruch der Vogelgrippe in Teilen Europas hatte vor Weihnachten und rund um Ostern zu Engpässen bei der Eier-Versorgung geführt.

  FATF-Bericht: Fortschritte bei Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und Terrorismusfinanzierung

Laut Wurzers Angaben beschränkt sich der Verkauf aktuell auf den „Großraum Wien“. Ihm bzw. den Bäuerinnen und Bauern gehe es allerdings vielmehr um das Prinzip bzw. den „Systembruch“, der damit erfolge. „Andere Handelsketten warten nur darauf, dass einer diesen Schritt geht“, argwöhnte der Branchenvertreter. Er appelliere daher an Spar und andere Supermarktketten, den „gemeinsamen Qualitätskurs fortzusetzen“.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.