Weltklimarat korrigiert Szenario: Ist die Klima-Apokalypse abgesagt?

Politik

„Gott sei Dank sind wir das los! Das OBERSTE Klimakomitee der Vereinten Nationen hat gerade zugegeben, dass seine eigenen Prognosen (RCP8.5) FALSCH! FALSCH! FALSCH! waren. Im Gegensatz zu den Dummokraten, die diesen Klima-Alarmismus-Unsinn nutzen, um ihren GRÜNEN REINFALL voranzutreiben, wird meine Regierung immer auf WAHRHEIT, WISSENSCHAFT und FAKTEN basieren!“

Das schrieb kürzlich US-Präsident Donald Trump auf seiner Social-Media-Plattform.

Wenige Tage später sekundierten in Österreich die Freiheitlichen: „Die Klimaapokalypse ist offiziell abgesagt, wir können wieder zur Vernunft zurückkehren. Dazu müssen endlich die absurden Klimagesetze der EU entsorgt werden (..) Nachdem der EU-Klimapolitik endgültig jede wissenschaftliche Grundlage entzogen wurde, muss es jetzt eine radikale Politikumkehr geben“, erklärte der freiheitliche Europaparlamentarier Roman Haider. Auch die deutsche AfD jubelt: „Das Klima-Extremszenario RCP 8.5 wurde jahrelang als Basis für die Gängelung unserer Wirtschaft und Bürger missbraucht. Jetzt stuft selbst das IPCC es als “unplausibel„ ein.“

Endlich alles gut?

So erleichternd es wäre, würden die Klimakrise nicht aus dem Ruder laufen und würde der Weltklimarat IPCC die extremen Prognosen zum Besseren korrigieren: Nichts von dem, was Trump, die FPÖ oder die AfD berichten, ist wahr. Sie verkaufen die Bürger vielmehr für dumm.

Also worum geht es?

Der Weltklimarat IPCC hat weder die Klimakrise abgesagt noch eingestanden, dass die wissenschaftlichen Grundlagen seiner Berichte falsch waren.

Der Hintergrund ist simpel: Es werden langsam weniger Treibhausgase emittiert, als im schlimmsten aller Fälle befürchtet wurde – unter anderem, weil die Erneuerbaren Energien immer günstiger und deshalb massiv ausgebaut werden. Der schlimmste Fall – genannt RCP 8.5 – ging von einer Verdreifachung der CO₂-Emissionen und einer Verfünffachung des Kohleverbrauchs aus. Das ist inzwischen unwahrscheinlich, daher können die Klimawissenschaftler zumindest diese Projektion, wie sich Treibhausgase und Erderwärmung entwickeln, löschen. Es ist also eine gute Nachricht.

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Gelöst ist die Klimakrise damit aber nicht. Denn auch das optimistischste 1,5°C-Szenario wird gestrichen.

Der niederländische Forscher Detlef P. Van Vuuren, der als Erster die Korrektur des 8.5-Szenarios behandelt hat, erklärt, dass die Erderwärmung nicht auf ein Plus von 1,5°C begrenzt werden kann.

„Jetzt in Zeitungsartikeln zu behaupten, dass der Klimawandel nicht so schlimm sein wird und dass deshalb keine Klimaschutzmaßnahmen nötig seien, ist ein trauriges Beispiel für das Präventionsparadox“, erklärt Douglas Maraun, Professor am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel. „Das Worst-Case-Szenario gilt nicht als unplausibel, weil die Klimaforschung das Klimasystem nicht richtig verstanden hat, sondern weil es nur bei anhaltender großer politischer Dummheit eintreten würde. Anders gesagt: Die Menschheit hat durch Klimaschutz reagiert und das Worst-Case-Szenario dadurch mehr und mehr unplausibel gemacht. Jetzt deshalb wieder Klimaschutzmaßnahmen zurückzufahren, würde den Klimawandel beschleunigen.“

Aber was gilt jetzt?

„Das neue Worst-Case-Szenario geht noch von 3,5 °C Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts aus – anstelle von 4,8 °C im alten.

Klimaschutzmaßnahmen zurückzunehmen würde uns genau zu diesem Worst-Case führen, mit all den damit verbundenen Folgen“, beschreibt der Wissenschafter Maraun. Und: „Einen Klimawandel von weniger als zwei weiteren Grad Erwärmung erreichen wir hingegen nur, wenn wir uns als Menschheit anstrengen und weiterhin in Klimaschutz investieren.“

Auch Österreichs Klimaminister Norbert Totschnig erklärt: „Konsequenter Klimaschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien wirken. Gleichzeitig gibt es keine Entwarnung: Die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich spürbar – …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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