Arbeitslosigkeit im Mai weiter gestiegen

Wirtschaft

Die schwache Konjunkturentwicklung belastet weiter den Arbeitsmarkt. Ende Mai waren über 378.000 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 0,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent, wie das Sozialministerium am Montag mitteilte.

Die Bestandszahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sank Ende gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent auf rund 79.000. Der ÖVP-Wirtschaftsbund erfasst in seinem Stellenmonitor alle Online-Jobportale und verzeichnete 167.000 offene Stellen in Österreich.

Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen bei 34 Prozent

Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate ansteigend ist, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status Arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf 102.788 (+11.837 oder +13,0%). Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei 34%.

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) fordert von den Betrieben „ein Umdenken“ bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: „Ältere Arbeitssuchende müssen vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben haben“, so Schumann in einer Aussendung.

Österreichweit blieb der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr über die letzten Monate annähernd stabil. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im Mai 2026 den Gesamtwert von 378.278 (rund +2.900 oder +0,8% gegenüber dem Vorjahr).

Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöht sich im Mai mit +5,0%, während die Arbeitslosigkeit der Männer leicht rückläufig ist (-0,7%).

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt Ende Mai 2026 wieder leicht (+210 oder +0,7%).

  Pensionssystem in Schieflage

Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden steigt deutlich (+11,4% oder +823), während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr deutlich sinkt (-796). Die Lehrstellenlücke beträgt somit -1.673 Stellen.

Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sinkt leicht um -0,2%, während sich die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen mit +3,3% erhöht.

Der Zugang an offenen Stellen beim Arbeitsmarktservice ist im Mai mit +0,7% jedoch bereits gegenüber dem Vorjahr etwas ansteigend (+274).

Ende Mai 2026 waren rund 32 % mehr Frauen ab 60 Jahren beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt als im Vorjahr.

Mit derzeit rund 8.100 arbeitslosen Frauen ab 60 Jahren ist die Zahl der Betroffenen dennoch vergleichsweise gering. Da jedoch immer mehr Frauen aufgrund des gerade im Anheben befindenden gesetzlichen Pensionsantrittsalters länger im Erwerbsleben bleiben müssen, ist allerdings mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe zu rechnen.

Für viele Betroffene ist die Rückkehr in Beschäftigung besonders schwierig. Rund 47 % der arbeitslosen Frauen ab 60 Jahren sind gesundheitlich eingeschränkt. Zusätzlich bestehen in vielen Betrieben weiterhin Vorbehalte gegenüber der Einstellung von Personen kurz vor dem Pensionsantritt, was den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt deutlich erschwert.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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